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Das kostet uns der Wolf

Die Länder haben sehr unterschiedliche Summen für den Wolf aufgewendet (Symbolbild).


Immer wieder hört man von Schadensersatz für gerissene Nutztiere. Auch für Präventionsmaßnahmen, um Woflsrisse zu verhindern, werden von einigen Bundesländern Gelder bereitgestellt. Doch wie hoch sind diese Summen wirklich? Wir haben bei den zuständigen Behörden der Länder nachgefragt, welche Ausgaben 2017 und 2018 für den Wolf getätigt wurden. Falls nicht anders angegeben wurden die Zahlen auf den Euro gerundet. (Stand August 2018)

Bayern

2017 wurden in Bayern insgesamt 480€ an Schadensersatz für gerissene Nutztiere gezahlt.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gab es bislang vier Rissfälle. Für deren Entschädigung wurden insgesamt 9440 € ausgegeben.

Brandenburg

2017 wurden 277.698€ für Präventionsmaßnahmen ausbezahlt, 2018 bereits 188.705€.

Hamburg

Für den bislang einzigen Wolfsriss wurden 160€ Schadensersatz bezahlt.

Hessen

Seit 2011 ist laut Umweltministerium „kein relevanter wirtschaftlicher Schaden durch Wölfe entstanden“, obwohl 2017 13 Ziegen und Schafe gerissen wurden. Für Präventionsmaßnahmen stehen allerdings 500.000€ im Haushalt zur Verfügung. 

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern hat laut Umweltministerium 2017 16.500€  für Ausgleichszahlungen und 138.000€ für Präventionsmaßnahmen ausgegeben. 2018 waren es bislang 1.200€ an Schadensausgleich und 66.000€ für Herdenschutz.

Niedersachsen

2017 wurden für Öffentlichkeitsarbeit, Monitoring, wissenschaftliche Untersuchungen und externe Berater insgesamt 295.594€ aufgewendet. 2018 waren es bislang 75.000€. Für Präventionsmaßnahmen wurden 2017 487.500€ und 2018 487.000€ ausgegeben. Ausgleichszahlungen schlugen 2017 mit 50.000€, 2018 mit 33.000€ zu Buche.

Nordrhein-Westfalen

Im Jahr 2018 hat das Land NRW für einen Rissvorfall 817€ ausbezahlt.

Rheinland-Pfalz

2018 wurden bislang 880€ an Entschädigungen und 44.561€ für Präventionen ausgegeben.

Sachsen

2017 wurden in Sachsen etwa 238.900 € für die Öffentlichkeitsarbeit und das Kontaktbüro Wölfe ausgegeben. Dazu kommen Zahlungen in Höhe von 258.400€ für Prävention, 253.800€ für Management und wissenschaftliche Untersuchungen und 13.600€ für Entschädigungen (Alle Zahlen auf die Hunderterstelle gerundet).

Sachsen-Anhalt

2017 wurden von Sachsen-Anhalt 9.761€ an Entschädigungen gezahlt. Zusätzlich wurden Herdenschutzmaßnahmen mit 135.922€ gefördert. Bislang wurden außerdem insgesamt 137.300€ für Sachkosten, wie etwa Verwaltungsausgaben aufgewendet.

Schleswig-Holstein

Das Umweltministerium Schleswig-Holstein hat 2017 1.257€ an Entschädigungen aufgewendet. Für Herdenschutzmaßnahmen wurden 14.998€ in 2017 und bislang 14.673€ in 2018 ausgegeben.

Thüringen

Hier wurden 2017 6.675€ für Schutzzäune und 8.850€ für Schadensausgleich aufgewendet. 2018 waren es bisher 10.334€ für Prävention und 6.393€ für Ausgleich.

Saarland, Berlin und Bremen

Im Saarland, in Berlin und in Bremen entstanden bislang keine Kosten.

Zusammengerechnet

2017 sind damit über die einzelnen Bundesländer verteilt insgesamt mehr als 2 Millionen € für Herdenschutz, Entschädigungszahlungen und sonstige Ausgaben für den Wolf aufgewendet worden. Da für 2018 nicht alle Bundesländer eine Auskunft geben konnten kann für dieses Jahr noch keine genauere Zahl errechnet werden.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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