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Kostbare Rückkehrer

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Dienstag, 22.09.2015 - 15:15
Auf dem Vormarsch, Rheinland-Pfalz hat wohl auch wieder einen Wolf. Foto: Rolfes/DJV © DJV
Auf dem Vormarsch, Rheinland-Pfalz hat wohl auch wieder einen Wolf. Foto: Rolfes/DJV

Der Wolf ist zurück im Pfälzerwald – zumindest war er es. An einem gerissen Reh, das eine Waldarbeiterin Ende August südlich von Pirmasens gefunden hatte, wurde Isegrims DNS nachgewiesen. Vermutlich stammt er aus einer nordosteuropäischen Linie. "Damit steht fest, dass der Wolf erneut nach Rheinland-Pfalz zurück gekehrt ist", verkündete Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) gestern freudig. Grund zur Panik bestehe nicht, da die "sehr vorsichtigen Tiere" Menschen aus dem Weg gingen.
Dass so eine Rückkehr den Bundesländern auch Steuergelder kostet, beweist die Beantwortung einiger Fragen, die der Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann (CDU) an niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) richtete. Zunächst wollte er wissen, wie viel das Land bisher im laufenden Jahr für Präventions- und Billigkeitsleistungen ausgeben hat. Bis zum 9. September waren dies genau 317.517,53 Euro für erstere und 17.472,66 Euro für letztere. Bis zum Jahresende plant Wenzel 450.000 Euro für Prävention und 50.000 Euro für Ausgleichszahlungen ein. Für 2016 und 2017 rechnet das Ministerium mit einem Mehraufwand von jeweils rund 800.000 Euro.
Noch nicht berücksichtigt ist dabei der Unterhalt des umstrittenen "Wolfsbüros", laut des Bundes der Steuerzahler (BdSt) jährlich zirka 450.000 Euro. Der BdSt warnte kurz nach dessen Eröffnung vor unnötigen Doppelstrukturen, da die Landkreise sowieso Wolfsexperten hätten und die Jägerschaft sich um das Monitoring kümmere.
Kritik gab es jetzt auch im EU-Parlament: "Der Wolf ist uns willkommen, er darf sich aber nicht völlig unkontrolliert ausbreiten", sagte Karl-Heinz Florenz, Vorsitzender der Intergruppe "Biodiversität, Jagd und ländliche Räume". Diese hatte am 15. September zu einer fraktionsübergreifenden Sitzung mit dem Thema "Rückkehr des Wolfes nach Europa" geladen. Laut Florenz müsse auf Grundlage wissenschaftlicher Studien und Monitoringdaten eine Balance zwischen den unterschiedlichen Interessen gefunden werden.
Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, warnte vor einer Zuwachswelle unbekannten Ausmaßes. Längst sei bewiesen, dass die deutsch-westpolnische Wolfspopulation mit der nordostpolnisch-baltischen Population zusammengewachsen sei. Dringend müssten EU-Kommission und Bundesumweltministerium den Schutzstatus der Rückkehrer einer kritischen Prüfung unterziehen.
BS

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