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Kontroverses am Tag des Wolfs

© Michael Breuer


Der NABU ruft jedes Jahr am 30. April den „Tag des Wolfes“ aus. Dazu wurde dieses Jahr eine Umfrage, die der Verein durch Forsa durchführen lies, veröffentlicht. Darin geht es um die Akzeptanz der Großräuber in Deutschland. In einer Pressemitteilung gibt der NABU an, der Großteil der Bevölkerung stehe dem Wolf positiv gegenüber. Dies habe sich gegenüber einer Umfrage von 2015 nicht verändert. Der NABU fasst auf seiner Homepage die Angaben für „stimme voll und ganz zu“ und „stimme eher zu“ zu einer positiven Grundstimmung zusammen. Die Angaben zu „stimme eher nicht zu“ und „stimme überhaupt nicht zu“ werden jedoch getrennt aufgeführt.

So antworteten auf die Frage: „Wölfe gehören in unsere Landschaft, wie z.B. Füchse, Rehe oder Biber auch“, 80 Prozent positiv. Die genaue Auswertung der Forsa zeigt, dass nur 38 Prozent der Aussage „voll und ganz zustimmen“, 42 Prozent „eher zustimmen“. Die Umfrage zeigt allerdings, dass ältere Personen dem Wolf kritischer gegenüber stehen, als jüngere Probanten. Der Unterschied zwischen urbaner Bevölkerung und ländlichen Gegenden ist dagegen eher gering. Der Aussage: „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland birgt Risiken“, stimmen 10 Prozent „voll und ganz zu“ und 37 Prozent der Befragten stimmen „eher zu“.

32 tote Schafe in Baden-Württemberg

Eines der Risiken zeigt sich möglicherweise in Baden-Württemberg. Das Umweltministerium bestätigt, dass in der Nacht auf den 30. April bei Bad Wildberg (Landkreis Calw) 32 Schafe gerissen wurden. „Nach den ersten Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) vor Ort ist dafür mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf verantwortlich“, so das Ministerium. Gewissheit könne jedoch nur eine Genuntersuchung bringen.

CDU Niedersachsen: günstiger Erhaltungszustand erreicht

Wie die CDU-Landtagsfraktion von Niedersachsen in einer Pressemitteilung erklärte, sehe man den günstigen Erhaltungszustand der europäischen Flachlandpopulation des Wolfes als erreicht an. Deshalb fordert man nun den Umweltminister Olaf Lies auf, „den rechtlichen Rahmen für die Bejagung des Wolfes auch in Niedersachsen zu schaffen.“ Der umweltpolitische Sprecher Martin Bäume äußert sich folgendermaßen: „Alle international abgestimmten Kriterien sind erfüllt, den Wolf in Deutschland als nicht gefährdet einstufen zu lassen. Dort, wo es keine andere Möglichkeit gibt, den Wolf wirksam fernzuhalten, muss sein Abschuss endlich ermöglicht werden.“ 

Wolf in Dänemark getötet

In Dänemark wird derzeit ebenfalls über die Akzeptanz des Wolfs gestritten. Kürzlich wurde der Verein „Ulvefrit Danmark“ gegründet, der sich für ein komplett Wolfsfreies Dänemark einsetzt. Mitten in diese Debatte wurde am Montag den 16. April in der Nähe von Ulfborg in Jütland ein Wolf geschossen. Wie „dr.dk“ berichtet, handelt es sich um den ersten bekannten Fall, seit die Tiere wieder in Dänemark heimisch sind. Demnach habe ein Mann aus einem PKW heraus auf das Tier gefeuert und sei anschließend davongefahren. „cphpost.dk“ gibt bekannt, bereits am selben Tag sei ein 66-Jähriger als tatverdächtig festgenommen worden. Mehrere Waffen und sein Auto wurden konfisziert.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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