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Koalitionsvertrag mit Grünen: LJV übt Kritik

Rehwild-in-Nahaufnahme © Jeremy - stock.adobe.com
Auch das Thema Rehwild-Abschuss spielt im „Erneuerungsvertrag“ eine Rolle.

Die Koalition aus CDU und Bündnis 90/ Die Grünen in Baden-Württemberg hat sich für die nächsten fünf Jahre auf einen „Erneuerungsvertrag“ unter dem Titel „Jetzt für Morgen“ geeinigt. Dieser sieht auch Punkte vor, die die Jagd und das Wild betreffen.

Anpassung der Rehwildbewirtschaftung an die Bedürfnisse des Waldes

Auch in Baden-Württemberg spielt in den nächsten Jahren der Waldumbau eine wichtige Rolle. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk nach Ansicht der Regierungsparteien auf einem angepassten Wildtiermanagement. „Ziel ist, dass sich die Haupt- und Nebenbaumarten im Wesentlichen ohne Zäunung auf allen Waldflächen erfolgreich verjüngen. Wir werden eine Anpassung der Rehwildbewirtschaftung an die Bedürfnisse des Waldes voranbringen“, ist dem Vertrag zu entnehmen. Anhand von verbindlichen Verbissgutachten und der Expertise von Wildtierexperten wolle man die erforderlichen Maßnahmen zum Management festlegen.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg und das Ministerium für Ländlichen Raum sagen dazu in einer gemeinsamen Erklärung: „Jägerinnen und Jäger sind wichtige Partner, wenn der Waldumbau gelingen soll“ […| „Ziel ist es, den Waldumbau und den Wiederaufbau der Wälder durch eine wildbiologisch und waldbaulich gleichermaßen tragfähige Rehwildbejagung zu unterstützen. Die Jagd kann hierbei einen entscheidenden Beitrag zum Waldumbau leisten.“ Zudem fordern LJV und Ministerium, dass Jagdpächtern die Möglichkeit eingeräumt werden müsse, selbst Schutzmaßnahmen im Einvernehmen mit Waldeigentümern durchzuführen.

Biber sollen reguliert werden

Aber auch Jagdruhegebiete sollen in Baden-Württemberg verstärkt ausgewiesen werden, wovon z.B. das Auerwild profitieren würde. Erfolge im Artenschutz würden allerdings auch einen höheren Stellenwert der Prädatoren-Bejagung bedeuten. Auch beim Biber sieht man für ganz Baden-Württemberg Handlungsbedarf: „Der Biber hat zwischenzeitlich weite Verbreitung gefunden. Wir werden deswegen aufbauend auf dem bestehenden Projekt zum Bibermanagement in der Donau-Region in ganz Baden-Württemberg Maßnahmen zur Regulierung ergreifen, wo der Bestand stabil ist.“

Keine Aussagen über Rotwild

Der LJV kritisiert am Koalitionsvertrag, dass es keine Aussagen darüber gebe, wie es mit dem Rotwild im Land weitergehen soll. Schon seit längerem gibt es in Ba-Wü Diskussionen über den Lebensraum des Rotwildes. Die Deutsche Wildtier Stiftung hatte im vergangenen Jahr im Zuge einer Petition 42.000 Unterschriften gesammelt, um dem Rothirsch eine Stimme zu geben und den derzeitigen Umgang mit dem Rotwild auf den Prüfstand zu stellen.


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