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Knapp vorbei ist voll daneben!

Unter anderem mit diesem Plakat-Motiv wirbt der Zoll um Nachwuchs.

Kommentar:

Man muss schon zweimal hinschauen, um den Begriff „Trophäenjägerjäger“ auch richtig zu verstehen. In seine Bestandteile zerlegt zeig sich, es geht um Trophäenjäger-Jäger“. Damit meint der Zoll wohl seine Mitarbeiter an den Flughäfen, die zurückkehrende Urlauber, darunter auch Auslandsjäger, kontrollieren. Wie so oft steckt die Diskriminierung dabei im Detail. Der Zoll ist dafür da, die Einhaltung von Artenschutz- und Einfuhrbestimmungen zu kontrollieren. Gezielt Jagd auf „Trophäenjäger“ zu machen, dagegen nicht – sofern man darunter Auslandsjäger versteht, die die Trophäen von bei nachhaltiger Jagd erlegtem Wild mit nach Hause bringen.

Auf dem Plakat steht aber nichts von "Wilderern" und auch nichts von "Schmugglern", was die korrekten Bezeichnungen für die vom Zoll zu überführenden Personengruppen sind. Trophäenjagd an sich ist weder automatisch illegal, noch wird damit unbedingt dem Artenschutz geschadet. Im Gegenteil, wie sogar die Weltnaturschutzunion bestätig (Link: IUCN-Positionspapier). Kein Grund also, "Trophäenjäger" zu jagen.

Wenn der Zoll mit seinem Plakat eigentlich auf die vielen von "normalen" Urlaubern in exotischen Ländern erworbenen tierischen "Mitbringsel" abzielen hätte wollen, müsste im Text von "Mitbringseljägerjägern" die Rede sein. So allerdings ist knapp daneben nicht nur vorbei, sondern voll daneben.


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
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