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Klimawandel: Schneehase ist in den Alpen falsch angezogen

Wenn der Schnee zu früh schmilzt, stellen die weißen Schneehasen eine leichte Beute dar.


Der Schneehasenbestand in den Alpen wird stark vom Klimawandel betroffen sein. Dies bestätigte die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) auf ihrer Homepage. Demnach wird durch die Erwärmung der Lebensraum der Tiere deutlich schrumpfen. Der Schneehase könne nur in begrenztem Maße in kühlere Bereiche ausweichen, wenn es ihm zu warm werde. Deshalb werde der Lebensraum in der Schweiz voraussichtlich bis zum Jahr 2100 um etwa ein Drittel schrumpfen.

Auch drohe eine genetische Verarmung der Population, weil es weniger Verbindungen zwischen den einzelnen Lebensräumen gebe und sich die Tiere nur noch in engeren Kreisen fortpflanzen können.

Tarnung verliert ihre Wirkung

Der Wechsel von der weißen auf die braune Fellfarbe erfolgt außerdem inzwischen oft zu spät, da der Schnee früher schmilzt und die weißen Hasen auf braunem Untergrund dann eine leichte Beute für ihre Fressfeinde abgeben. Die bisherige Tarnung verliert damit nicht nur ihre Effekt, sondern bewirkt geradezu das Gegenteil.

Insgesamt gesehen seien die Rangebiete der Alpen vom Lebensraumverlust stärker betroffen, als die Zentralalpen, so die WSL weiter.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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