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Kitze retten, jetzt!

Dieses Rehkitz hatte Glück... Foto: W. Riemann


Sobald das erste saftige Grün auf den Wiesen steht, kommt unumgänglich der Zeitpunkt der Mahd. Oftmals fällt diese Entscheidung recht kurzfristig. Damit die Kitze nicht den Messern der Mähmaschinen zum Opfer fallen, ist von den Jägern schnelles Handeln gefordert. Problematisch wird es, wenn mehrere Landwirte gleichzeitig ihre Flächen bewirtschaften wollen und die Arbeitskraft der Waidmänner nicht auszureichen droht.
Genau hier setzt das Pilotprojekt des Hegerings Wipperfürth, der Kreisjägerschaft Oberberg und dem örtlichen Nabu-Ortsverein an. Künftig soll eine Datenbank, die mit Kontaktdaten hilfsbereiter Bürger gespeist wird, Abhilfe schaffen. „Hinterlegt sind darin wer uns zu welchem Zeitpunkt unterstützen kann“, sagte Karl-Heinz Blumberg, stellvertretender Hegeringsleiter gegenüber jagderleben. Noch in den nächsten Wochen wollen die Verantwortlichen in sechs Revieren erste Erfahrungen sammeln. Das funktioniere aber nur mit vielen freiwilligen Kitzrettern, weiß neben Blumberg auch Michael Schmitz vom Nabu-Oberberg. Beide erklärten im Gespräch, dass die Schnittmenge zwischen Jagd und Naturschutz immens groß sei. Deshalb laden der Hegering sowie der Nabu-Ortsverein ein, sich an dem Projekt zu beteiligen. Genaue Informationen erhalten Interessierte in einer Informationsveranstaltung, die für den 19. April 2016 um 19:30 Uhr in der Dorfschänke Wipperfürth, Agathaberg geplant ist. Freiwillige können sich auch hier anmelden.
Am gleichen Strang ziehen ebenso regionale Verbände in Rheinland-Pfalz. Auch dort wollen die Beteiligten Erfahrungen durch ein Pilotprojekt sammeln. Allerdings bedienen sich die Projektpartner morderer Technik. Neben flankierenden Vergrämungsmaßnahmen setzen die Kreisgruppe Bitburg-Prüm im LJV, der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, der Kreisverband Bitburg-Prüm und der örtliche Maschinenring auf akustische Wildretter. 20 landwirtschaftliche Betriebe im Eifelkreis Bitburg konnten die Initiatoren für die Testphase gewinnen. Sind die Versuche erfolgreich, werde man den Geräteeinsatz ausweiten, heißt es.
MH

 

Hier ein Clip von der Wildrettung mit dem Multikopter

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