Home News Keine Wilderei: Luchsin krank

Keine Wilderei: Luchsin krank

Luchse verenden immer häufiger an Räude oder anderen Krankheiten (Symbolbild).


Bekannt wurde die besenderte Katze im September 2015. „Sensationsfund im Harz“, titelte damals die Presse. Denn erstmals hat man bei wildlebenden Luchsen ein fünfköpfiges Geheck nachgewiesen. Ole Anders, Koordinator des Harzer Luchsprojektes, begutachtete und chipte die Jungkatzen daraufhin (wir berichteten hier).

Ende Dezember 2015 fand dann eine Spaziergängerin die Überreste eines Pinselohrs. Untersuchungen ergaben, dass es das Muttertier war. Die Passantin und Silvester Tamás, Sprecher der Nabu-Landesarbeitsgruppe Wolf, waren sich schnell einig, dass die Katze wohl illegal getötet wurde. Luchs-Experte Anders schloss dies hingegen aus.

Nun, anderthalb Jahre nach dem Auffinden des Kadavers, verkündet der Thüringer Nabu: „Luchsin starb vermutlich an Knochenkrankheit“. Allen Bemühungen zum Trotz, Hinweise auf ein künstliches Herbeiführen des Todes nachzuweisen, schlugen fehl. Weder konnte das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin, noch ein zusätzlich beauftragter Stuttgarter Sachverständiger tödliche Verletzungen, etwa durch einen Schuss, oder eine Vergiftung feststellen. Das hält Tamás jedoch nicht davon ab, erneut zu mutmaßen und in einer Pressemitteilung von breiter, illegaler Verfolgung und Tötung von Luchsen und Wölfen in Deutschland zu sprechen. „Verständlich“, sagen Nabu-Kritiker. Denn mit natürlicher Sterblichkeit würden sich weniger Spenden akquirieren lassen als mit Wilderei-Fällen.

Über das Schicksal der Luchsjungen ist übrigens nichts bekannt, teilte Anders auf Nachfrage der Redaktion mit. Er vermutet aber, dass sie den Winter nicht überstanden haben. BS/PM


Redaktion jagderleben Tagesaktuell, multimedial, fachlich kompetent – jagderleben.de versorgt täglich Jägerinnen und Jäger im deutschsprachigen Raum mit Neuigkeiten rund um die Themen Jagd und Natur.
Thumbnail