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Keine Rechtsgrundlagefür Schalldämpfer

Stiege mit legal erworbenen Schalldämpfern womöglich deren illegaler Einsatz? Diese Frage stellt sich Bayerns Innenministerium. Foto: Jere Malinen © Jere Malinen

Mit dem Artikel "Bald Schalldämpfer für den Forst?" in der PIRSCH 5/2013 wurde auf die „Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutz-Verordnung“ aufmerksam gemacht. In jener hat die Verringerung der Lärmemission am Entstehungsort explizit Vorrang vor der Verwendung eines Gehörschutzes. Daraufhin beantragten einige Jäger bei ihrer Waffenbehörde die Verwendung eines Schalldäpfers, die, wie schon erwähnt, zum Teil auch genehmigt wurden.
Nun hat das Bayerische Innenministerium in einem Schreiben auf das Verbot von Schalldämpfern im Bayerischen Jagdgesetz (Art. 29 Abs. 2 Nr. 7) verwiesen. Aufgrund dieser Rechtslage sei „ein waffenrechtlich anzuerkennendes Bedürfnis derzeit grundsätzlich ausgeschlossen“. Aber auch von Seiten des Waffenrechts sieht man keine Möglichkeit, Schalldämpfer zukünftig zu erlauben - auch dann nicht, wenn das jagdrechtliche Verbot aufgehoben würde: „Bloße Vorteile bei der Jagd würden dafür noch nicht ausreichen.“ Dass es sich beim Schalldämpfereinsatz nicht um jagdliche „Vorteile“, sondern um eine Gesundheitsvorsorge (für private Arbeitnehmer und Angestellte bzw. Beamte des Landes Bayern!) handelt, scheint das Innenministerium ebenfalls nicht zu tangieren. Hier sieht man im Gehörschutz bereits eine ausreichende Möglichkeit, den Schussknall zu minimieren.

Bedenken wegen innerer Sicherheit

Was jedoch Jäger und Förster arg aufstoßen dürfte, ist die Forderung, dass „das Bedürfnis (Anm. Verwendung von Schalldämpfern) noch mit Sicherheitsinteresssen abzuwägen“ sei, so die Begründung des Ministeriums. Da man den Einsatz von Schalldämpfern wohl rechtlich nicht nur für Berufsjäger gestatten könne, sondern auch der privaten Jägerschaft diese Hilfsmittel bei einer potenziellen Gesetzesänderung zur Verfügung stellen müsste, würde dies „somit absehbar zu einer deutlich stärkeren legalen - und in der Folge wohl auch illegalen - Verfügbarkeit von Schalldämpfern führen“, so das Innenministerium.
Das Bayerische Innenministerium beabsichtigt nun offene Fragen über das Bundesministerium des Innern zur Klärung an das Bundeskriminalamt heranzutragen. Bis dahin „halten wir die grundsätzliche Zulassung von Schalldämpfern zur Jagd für nicht entscheidungsreif“, heißt es abschließend.
DIT



Quelle: www.jagderleben.de