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Keine Prämienverlosung für Kormoranabschüsse

In Mecklenburg-Vorpommern sollen etwa 90 000 Wasserraben einen Schaden von 11 Millionen Euro anrichten. (Foto: Archiv)

Im Grunde genommenhatten es die Mitglieder eines schwäbischen Fischereivereins wohl nur gut mit der Jägerschaft gemeint, aber der Schuss ging nach hinten los, ehe auch nur ein Schuss gefallen ist:Gemeinsam mit einemAufruf an die Jäger, Kormorane zum Schutz der heimischen Fischwelt abzuschießen, lobten die Petrijüngerein "Dankeschön für die Unterstützung aus. Der Abschuss eines Gamsbocks und eine Gänsejagd in Mecklenburg-Vorpommern sollten unter den erfolgreichen Schützen verlost werden. Pro erlegten Kormoran, so die Überlegung, sollte es ein Los für den Erleger geben. Je mehr erlegte Fischräuber, um so größer also die Gewinnchance.

Die "Kopfgeld-Aktion" rief jedoch die Landesverbände der Jäger und Fischer auf den Plan. Laut einer Pressemitteilung des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) hat der Landesfischereiverband Bayern das „Kormoran-Gewinnspiel“ gestoppt und sich von der Aktion distanziert. Der BJV wiederum begrüßt das "Aus" für das Gewinnspiel.

Hintergrund: Der Kormoran ist 2010 "Vogel des Jahres", schon die Genehmigung der Abschüsse wird von Naturschutzverbänden laufend kritisiert.

Der BJV ist jedoch auch grundsätzlich gegen ein derartiges Vorgehen: „Prämien für den Abschuss von Wildtieren sind mit der Vorstellung des Jägers von Waidgerechtigkeit nicht vereinbar“,wird BJV-PräsidentProf. Dr. Jürgen Vocke zitiert. Einig sind sich Jäger und Fischer aber nach wie vor in der Meinung, dass die Balance zwischen den Kormoranbeständen und den heimischen Fischbesätzen wieder hergestellt werden müsse. RJE (Foto: Archiv)