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Keine Jagd am 9. November!

Die Thüringer Forstämter verzichten am 9. November auf alle geplanten Jagden (Symbolbild).


Die thüringische Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller (Linke) hat für den 9. November alle staatlichen Forstämter angewiesen ihre Jagden abzusagen. Aus Respekt vor den Opfern der nationalsozialistischen Novemberpogrome vor genau 80 Jahren, sollen an diesem Tag „keine Schusswaffen und Jagdhunde zum Einsatz kommen“. Diese Weisung gab der Vorstand der Forstverwaltung in einem Schreiben an alle Dienststellen von ThüringenForst weiter.

Die Ministerin begründet diesen Schritt in dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, folgendermaßen: „Der 9. November ist ein Tag, der uns an die schreckliche Vergangenheit erinnert.“ Es sei ein Zeichen der Pietät auf Schießen zu verzichten, „so gebietet es uns das Gedenken“. Auch in den kommenden Jahren soll auf Jagden am 9. November verzichtet werden.

Die Forstämter und Jagdgäste wurden von der Ankündigung Ende Oktober überrascht. Die Entscheidung stoße jedoch auf Verständnis, so Horst Sproßmann, Pressesprecher von ThüringenForst. Allen betroffenen Jagdgästen werden Ersatztermine angeboten.

"Schicksalstag" der jüngeren deutschen Geschichte

Der 9. November gilt in der jüngeren deutschen Geschichtsschreibung als „Schicksalstag“. 1918 brach an diesem Tag die Novemberrevolution aus, 1923 ereignete sich der Hitler-Ludendorff Putsch. 1938 markierte der 9. November mit der „Reichspogromnacht“ den Beginn systematischer Verfolgung von Minderheiten und politischen Gegnern. Das Ereignis jährt sich in diesem Jahr zum 80. Mal. 1989 leiteten die Grenzöffnungen zwischen DDR und BRD die Wiedervereinigung ein. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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