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Keine Gefahr für Wildbret-Fans

Foto: Archiv Pirsch © PIRSCH
Durch ein Netz von Messtellen verhindert die Jägerschaft, dass verstrahltes Wildbret zum Verbraucher gelangt. Foto: Archiv Pirsch © PIRSCH

Durch ein Netz von Messtellen verhindert die Jägerschaft, dass verstrahltes Wildbret zum Verbraucher gelangt. Foto: Archiv Pirsch

Mit Zitaten wie „die Leute wissen nicht, was sie essen“ sorgte Helmut Rummel in einer dpa-Meldung für Aufsehen. Schnell sprangen große Zeitungen auf das Thema an und sorgten so bei dem Endverbraucher für Irritationen. Rummel begründet seine Aussagen mit einer eigens durchgeführten Recherche. Ein Jahr lang habe er sich die Zahlen genauer angeschaut. Als Betreuer einer Messstation des Bayerischen Jagdverbands habe er einen Überblick bekommen. Demnach sollen rund 11.000 Stück Schwarzwild unbeprobt bei Jägern zum Eigenverzehr auf dem Teller landen. Das sei fatal, so Rummel: „Die Jäger müssen sich mehr Gedanken machen.“
Ebenso empört sich der ehemalige Bundeswehr-Angestellte über den Umgang der erfassten Daten von BJV, Bayerischen Staatsforsten, Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie Umweltministerium. Niemand wolle Auskunft über die verstrahlten Sauen geben. Und die, die es tun, hätten keine detaillierten Angaben zu den tatsächlichen Becquerel-Werten. Darüber hinaus würden einige hochbelastete Landkreise überhaupt nicht untersucht.
Bei den Verantwortlichen der verschiedenen Institutionen zeigte man sich auf Nachfrage von jagderleben überrascht bezüglich Rummels Anschuldigungen. BJV und BaySF geben ihre Ergebnisse an das Umweltministerium. Letzteres veröffentlicht schließlich freizugänglich die Auswertungen auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt. Auch das LGL legte gegenüber der Redaktion binnen Minuten vergangene Stichproben offen. Das Ergebnis: „Das Wildbret von Wildschweinen ist für Endverbraucher absolut unbedenklich“, resultierte LGL-Sprecherin Claudia Schuller. Des Weiteren würden alle bayerischen Landkreise nach einem mathematischen Zufallsprinzip unter die Lupe genommen. Schuller: „Da ist jeder einmal dran und keiner fällt raus.“
Handelt es sich also um einen privaten Feldzug von Rummel gegen Wildbret und die Jägerschaft? Nein, sagt er. Fakt ist jedoch, dass immer wieder ähnliche Artikel wie der von ihm persönlich angekurbelt werden. Fakt ist auch, dass sämtliche von Jägern in den Verkehr gebrachte Sauen in den Problemregionen beprobt und bei Grenzwertüberschreitungen entsorgt werden müssen.
BS