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Kein wirksamer Impfstoff bekannt

Nachdem in den zurückliegenden Monaten vereinzelte Fälle von Infektionen bei Jagdhunden mit der Aujeszkyschen Krankheit (AK) mit tödlichem Verlauf bekannt wurden, teilte das Paul-Ehrlich-Institut auf Nachfrage der Redaktion mit, dass in Deutschland definitiv kein wirksamer Impfstoff für Hunde gegen das Virus zur Verfügung steht.
Auch in anderen EU-Mitgliedstaaten und in den USA ist für Hunde kein Impfstoff gegen die AK zugelassen, der eine schützende Wirkung für Jagdhunde hat, unterstrich die Abteilung Veterinärmedizin (Fachgebiet Virusimpfstoffe) am Paul-Ehrlich Institut in Langen. Nach Kenntnis des Instituts dürfte somit weltweit kein wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehen. Generell sei es schwierig, Hunde mit inaktivierten AK-Impfstoffen zu schützen. Dies hätten schon ältere experimentelle Studien an Hunden gezeigt.
"In jedem Fall warnen wir dringend davor, Impfstoffe unbekannter Herkunft an Hunde zu verabreichen. Es besteht ein durchaus hohes Risiko, Produkte von unzureichender Qualität und mit unbekannter Arzneimittelsicherheit für den Impfling sowie eventuell mangelhafter Wirksamkeit zu verwenden", so das Institut. Impfstoffe für Schweine dürften keineswegs an Jagdhunde verabreicht werden.
Die Aujeszkysche Krankheit wird in erster Linie durch das Nasensekret von Wildschweinen übertragen. Jagdhunde können sich zudem leicht durch den Verzehr von rohem Fleisch oder Innereien gesunder, aber latent infizierter (Wild-) Schweine infizieren. Um Jagdhunde vor potenziellen Infektionen mit dem Erreger der AK weitgehend zu schützen, ist es daher ratsam, auf keinen Fall rohes Fleisch oder Aufbruch an Jagdhunde zu verfüttert und beim Aufbrechen von Schwarzwild jeden weiteren Kontakt zum erlegten Tier zu vermeiden. DIT