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Kein "Wald-Wild-Problem"

Auf "Abschiedsbesuch": Minister Eckhard Uhlenberg (l.) mit Präsident Jochen Borchert. Foto: Jens Dittrich


Auf dem diesjährigen Landesjägertag des LJV Nordrhein-Westfalen in Wesel ging Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg unter anderem auch auf das jüngste Gutachten zum "Wald-Wild-Konflikt" ein. Dazu machte er ganz klar deutlich: "Das Wald-Wild-Problem gibt es in NRW nicht!" Lediglich in 15 Prozent der Reviere hätten die Forstbehörden eine Erhöhung der Abschusszahlen gefordert. Bei regional zu hohen Schalenwildbeständen habe eine Zusammenarbeit von Grundbesitzern, Jagdpächtern, Forstbehörden und Naturschutz bislang meist zu vertretbaren Lösungen geführt, sagte der Minister.
Uhlenberg, der sein Amt aufgrund der von "Rot-Grün" angestrebten Minderheitsregierung in NRW nicht fortführen können wird, ließ es sich nicht nehmen, den rund 500 angereisten Jägerinnen und Jägern noch einmal einen "Abschiedsbesuch" abzustatten.
In seiner Ansprache verbuchte der scheidende Minister die Abschaffung der Jagdsteuer ebenso als Erfolg wie die Novellierung des Landesjagdgesetzes während seiner Amtszeit. Gerade im Zusammenhang mit der Reduzierung der Schwarzwildbestände lobte er die "Kompetenz der Jäger". Das Engagement der Jägerschaft an der Vermeidung eines erneuten Ausbruchs der Schweinepest entscheidend mitzuwirken, verdiene die volle Anerkennung der Gesellschaft, so der Minister.
LJV-Präsident Jochen Borchert ließ in seinen jagdpolitischen Ausführungen keine Zweifel daran, dass "uns Jägern immer neue Steine in den Weg gelegt" würden. Dennoch habe der LJV Politik und Öffentlichkeit gezeigt, dass er die Interessen seiner Mitlieder engagiert vertrete. Borchert forderte an verlässlichen Grundzügen des Jagdrechts in ganz Deutschland festzuhalten, damit eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wildbestände auch weiterhin ermöglicht werde. Um die Zusammenarbeit der Naturnutzerverbände zu intensivieren, habe der LJV daher die Verbände der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischerei sowie des Grundbesitzes mit jeweils einem Vertreter in den Vorstand des LJV kooptiert. Durch den ständigen Informations- und Meinungsaustausch angesichts immer größerer Herausforderungen in Politik und Gesellschaft verspreche man sich eine Stärkung des ländlichen Raumes, so der LJV-Präsident. DIT