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Kein Horrido für JVO

Jens Dittrich, Chef vom Dienst © dlv
Jens Dittrich
am
Mittwoch, 01.06.2016 - 02:10
Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) war persönlich nach Nidda gekommen und übergab später den Staatsehrenpreis für Lebensraumgestaltung, den in diesem Jahr Andreas Mohr erhielt. Foto: Jens Dittrich © Jens Dittrich

Gerade für die Niederwildjäger hat die Ende 2015 verabschiedete hessische Jagdverordnung (JVO) einschneidende Veränderungen zurfolge (wir berichteten). Unter dem Motto des Landesjägertages „Rettet das Rebhuhn“ hatte der LJV Hessen auch Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am vergangenen Wochenende nach Nidda eingeladen.
Trotz intensivem Gegenwind – zuletzt durch eine Demo in Wiesbaden – wurde sie höflich empfangen. Laut LJV-Präsident Dr. Jürgen Ellenberger sei man zwar auf einige Forderungen der Jägerschaft eingegangen, er meldete aber weiteren Verbesserungsbedarf an. Unterm Strich schien Ellenberger jedoch mit dem Erreichten weitestgehend zufrieden. Im Hinblick auf das Monitoring für Feldhasen und Stockenten sagte er: „Wir brauchen mehr denn je verlässliche Zahlen, um in Zukunft unser Tun zu rechtfertigen. Wenn wir keine Zahlen haben, dann präsentieren NABU oder BUND welche!“ Der Erlass zur Hasentaxation sei allerdings zu spät erfolgt, um die Frühjahrsbesätze genau zu erfassen.
Ministerin Hinz würdigte in ihrer Ansprache das Engagement der Jäger bei Wildregulierung und Artenschutz, aber auch die durchaus „konfliktgeladene Diskussion um die JVO.“ Nach ihrer Auffassung habe man einen „guten Kompromiss gefunden“. Auf der örtlichen Ebene funktioniere die Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden und Jägerschaft oft sehr gut. Auf Landesebene merke man davon oft nichts mehr, zitierte die Ministerin den offensichtlichen Tenor der Basis.
Für „Dampf auf dem Kessel“ sorgte Landtagsvizepräsident Wolfgang Greilich (FDP): Die Veränderungen durch die JVO seien „ohne fachliche und sachliche Begründung“ erfolgt. Da hier ein „massiver Eingriff ins Eigentumsrecht“ enthalten sei, hätte seine Fraktion beschlossen, gegen die JVO vor dem hessischen Staatsgerichsthof zu klagen.
Auf der anschließenden Delegiertenversammlung wurde diesbezüglich das Präsidium per Antrag beauftragt, die Klage der FDP und weitere durch den Hessischen Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer bzw. die eines Revierpächters gegen die JVO zu unterstützen.
DIT