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Kein Grund zur Aufregung

Wisent an geschälter Buche: Laut den Verantwortlichen halten sich die Schäden in Grenzen. Foto: PM


„Wir nehmen die Beschwerden von Waldbesitzern sehr ernst“, sagte der Vorsitzende des Trägervereins Bernd Fuhrmann. Bislang liegen dem Trägerverein 17 Schadensmeldungen zu geschälten Bäumen vor, 16 wurden bereits begutachtet. Acht Eigentümer haben dem Verein Schäden gemeldet. Sie beziehen sich auf 240 Buchenstämme und 50 Fichtenstämme. Der monetäre Gesamtschaden liegt bei 6.508 Euro, wobei sich die einzelnen Schadenssummen zwischen 20 und 1.350 Euro bewegen. Der Verein hat für solche Schäden eine Versicherung abgeschlossen, so dass diese reibungslos reguliert werden können. „Wir bemühen uns um eine großzügige und schnelle Erstattung der geltend gemachten Beträge“, unterstreicht Fuhrmann. Alle begutachteten Schäden sind bereits von der Versicherung beglichen worden.
Dennoch arbeiten Projektwissenschaftler daran, die Schälungen der Bäume zu reduzieren. In einem ersten Schritt wurde die Nahrungsergänzung der Wisente umgestellt. Sie erhalten Mineralstoffe in einer neuen Zusammensetzung. „Damit soll die Attraktivität von Baumrinden für die Tiere gesenkt werden“, erläutert Coralie Herbst, die wissenschaftliche Leiterin des Wisent-Projektes. In einem nächsten Schritt wird eine Blutuntersuchung bei ausgewählten Wisenten erfolgen. Sie soll Aufschlüsse über mögliche Mangelerscheinungen geben.
Gleichzeitig weist der Wisent-Vorstand unqualifizierte Äußerungen von Kritikern zurück, die mit einer aktiven Vertreibung der Tiere – durch Fahrzeuge oder Gewehrsalven – gedroht hatten. „Ich erinnere nachdrücklich daran, dass es sich bei Wisenten um vom Aussterben bedrohte Tiere handelt, die auf der roten Liste der gefährdeten Arten stehen“, sagt Herbst.
PM/BS