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Keiler verletzt Jogger schwer

Mit Schwarzwild ist nicht zu spassen, vor allem wenn es verletzt ist. Foto: Erich Marek


Zugetragen hatte sich der Vorfall in Waldböckelheim (Rheinland-Pfalz). Ronald Georg, Berufsjäger und Pächter des Reviers, berichtete gegenüber jagderleben, dass der 58-Jährige beim Joggen auf die Sau gestoßen war. Sofort attackierte sie den Mann, warf ihn zu Boden und biss ihm mehrfach in Arme und Beine. Blutüberströmt rettete sich der Mann zum nächsten Haus, das zufällig der Bürgermeister bewohnt. Er verständigt sofort die Rettung. Der Zustand des Verletzten war aufgrund des Blutverlustes sehr kritisch. Danach ruft er Jäger Georg um Hilfe. Dieser hätte sich am liebsten sofort auf die Suche nach dem Schwarzkittel begeben, doch das wäre für seine knapp einjährige Schwarzwildbracke derzeit wohl noch eine Nummer zu groß gewesen. Georg rief daher einen befreundeten Nachsuchenführer hinzu.
Schnell hatte der Bayerische Gebirgsschweißhund die Wundfährte. In einer Wiese, nach rund 600 Metern und einigen Widergängen, schoss der Keiler aus dem Nichts zunächst auf den Hund, dann auf den Rüdemann zu. „Glücklicherweise hatte er eine Stichschutzhose an“, so Georg. Denn wieder beißt das Stück ordentlich zu. Am Boden liegend gelang es, die Sau abzufangen. „An Schießen war da nicht zu denken.“ Abgesehen von ein paar Prellungen blieb der Jäger unverletzt.
Beim Versorgen des Stückes sehen die beiden Jäger den Grund für das aggressive Verhalten des auf 2,5 Jahre geschätzten Keilers: Er hatte etwa acht Tage alte Verletzungen am linken Vorderlauf sowie am Brustkorb. Georg vermutet, dass er sich deswegen in einem Rapsschlag eingeschoben hatte. Als dieser dann geerntet wurde, muss er sich wohl im Mähwerk die zweite Verletzung zugezogen haben, denn der rechte Hinterlauf war komplett abgetrennt.
BS