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Katzenabschuss durch die Hintertür

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Mittwoch, 05.08.2015 - 11:43
Späte Einsicht: Remmel schenkte den kritischen Stimmen zum Abschussverbot zunächst kein Gehör. Foto: DJV © DJV

Schon nach ein paar Wochen scheint Remmel seine eigene Linie zu verlassen: Das Abschießen verwilderter Katzen könne durch die zuständigen Naturschutzbehörden angeordnet werden, teilte sein Ministerium auf eine Kleine Anfrage mit. Eingereicht wurde letztere von den FDP-Abgeortneten Henning Höne und Karlheinz Busen. Sie sind der Meinung, dass durch die Jagdgesetzänderung eine rechtliche Grauzone entstanden sei. Zwar wären die Kommunen für die Übernahme von Fundtieren zuständig, nicht jedoch für herrenlose. "Wie mit solchen Tieren in der Praxis umgegangen werden muss, lässt das so genannte ökologische Jagdgesetz offen", stellen die Parlamentarier fest.
Remmel bezieht sich in seiner Antwort auf die Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes: "Sofern Katzen die Gelege von Wiesenbrütern beeinträchtigen und dezimieren, könnte dieses ein Fall sein, in dem die Naturschutzbehörde zukünftig aus Gründen des Vogelschutzes den Abschuss von Katzen anordnen kann." Ebenso dürften die Behörden „zur Abwehr einer akuten Tollwutgefahr und in tollwutgefährdeten Gebieten zur Verhinderung der weiteren Verbreitung der Seuche“ Abschüsse anordnen. Laut dem „Westfälischen Anzeiger“ will sich der LJV Nordrhein-Westfalen nicht zum Erfüllungsgehilfen des Ministers machen lassen – die Jäger sollen auch auf behördliches Betreiben nicht zum Gewehr greifen.
Ulrich Pfaff