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Kastanien droht neue Gefahr

Rostig "blutende" Flecken am Stamm zeigen den Befall mit "Pseudomonas syringae" an. Foto: M. Heupel © M. Heupel

Rostig "blutende" Flecken am Stamm zeigen den Befall mit "Pseudomonas syringae" an. Foto: M. Heupel


Darauf hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in einer Presseinformation hingewiesen. Das Schadbild ist demnach vielfältig. Die befallenen Rosskastanien zeigen neben kleinen „blutenden“ Stellen vom Stamm bis zur Krone und an den Hauptästen auch ein teilweises Absterben der Kronen sowie eine dunkelbraune bis schwarze Verfärbung unter der Rinde. Zudem weisen Stamm- und Astrisse bis zu mehreren Metern oder eine Laubaufhellung auf einen Befall hin.
Besonders betroffen sind bisher die Bäume in Nordrhein-Westfalen und hier besonders die am Niederrhein. Allein in Krefeld mussten 454 erkrankte Kastanien gefällt werden, auch Duisburg und Viersen haben große Ausfälle zu beklagen. Jüngste Hiobsbotschaft: Die prächtige Kastanienallee am Düsseldorfer Schloss Heltorf scheint nicht mehr zu retten zu sein.
Laut SDW gibt es noch keine Mittel gegen das in Deutschland erstmals 2007 entdeckte Bakterium. Auch ist noch nicht bekannt, wie sich das Bakterium eigentlich ausbreitet. Damit die Kastanien diese neue Gefahr überleben können, muss man versuchen, ideale Rahmenbedingungen für die Bäume zu schaffen und Stresssituationen (Austrocknung) zu vermeiden. „Hier liegt eine große Herausforderung für das Grünmanagement der Städte, damit in Zukunft nicht alle Kastanien aus dem Stadtbild verschwinden“, sagt SDW-Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann.
Waldbaulich spielt die Rosskastanie in unseren Breiten keine Rolle. In Parks und Biergärten ist sie jedoch weit verbreitet. Bei Jägern hatte sie früher als masttragende Baumart einen guten Ruf. Richtigen Kultstatus hat in diesem Zusammenhang die jährliche Aktion des Bonner Süßwarenherstellers „Haribo“ erlangt. Dabei werden Kastanien gegen Gummibären getauscht. Ursprünglich wurden die gesammelten Früchte in den Jagdrevieren des Firmeninhabers zur Wildfütterung verwendet.
PM/JMB