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Kampagne gegen Jäger

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Sonntag, 05.10.2014 - 20:04
Robert Brunold, Präsident des Bündner Kantonale Patentjäger-Verbandes, begegnet der Initiative mit sachlicher Aufklärung. Foto: BKPJV © BKPJV
Robert Brunold, Präsident des Bündner Kantonale Patentjäger-Verbandes, begegnet der Initiative mit sachlicher Aufklärung. Foto: BKPJV

Am 26. August war die besagte Volksinitiative bei der Standeskanzlei in Chur eingereicht worden; 3000 Unterschriften waren dafür notwendig. Nach Auskunft des Präsidenten des Bündner Kantonale Patentjäger-Verbandes (BKPJV), Robert Brunold, unterzeichneten 3250 Leute.
Mit dem Begehren „Für eine naturverträgliche und ethische Jagd“ sucht die Tierschutz-Präsidentin Marion Theus seither Gleichgesinnte, die ihr Anliegen unterstützen. Beispielsweise fordern die Tierschützer bei der Jagdausübung die gleiche Blutalkoholgrenzen wie im Straßenverkehr, einen periodischen Treffsicherheitsnachweis und, dass Kinder bis zum 12. Lebensjahr nicht auf die Jagd mitgenommen werden dürfen.
Nachdem kürzlich die Vizepräsidentin des besagten Tierschutzvereins laut Presseberichten von einem Unbekannten zu Boden gedrückt, beschimpft und bespuckt worden sei, bemüht sich die Vereinsführung, den Vorfall der Jägerschaft anzuhängen. Auf Nachfrage von jagderleben hält Präsidentin Marion Theus ihre in der Presse geäußerte (Vor-)Verurteilung aufrecht: "Also der Täter ist ein Jäger".
Bewiesen ist das jedoch keineswegs. Claudio Riedi, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Graubünden, bestätigte der Redaktion lediglich eine Strafanzeige gegen Unbekannt und bat um Verständnis dafür, dass eine weitere Auskunft nicht möglich sei.
Die Tierrechtler behaupten in den Medien, schon lange massiv bedroht worden zu sein. Warum dies nicht aktenkundig sind, erklärt Präsidentin Theus gegenüber jagderleben so: "Die Drohungen kamen bis vor einem halben Jahr meist anonym telefonisch und nicht nur bei uns. Angezeigt haben wir nichts, da erfahrungsgemäß alles im Sand verläuft und wir keine Zeit für solchen Blödsinn haben."
Abschließendes Statement der Tierschützerin: "So gewaltbereite Menschen gibt es in einer normalen zivilisierten Gesellschaft kaum, außer bei Jägern. Und wir wissen dass die Jäger auch in anderen Länden nicht moderater sind. Auch da sind Drohungen an der Tagesordnung. Wir sind da keine Ausnahme!"
Die Bündtner Jägerschaft will sich von solchen pauschalen Anwürfen nicht provozieren lassen und statt dessen der Kampangne mit sachlicher Aufklärung begegnen (siehe Link unten). Im Gespräch mit jagderleben sagte BKPJV-Präsident Robert Brunold, er wisse leider auch nicht mehr über diese Geschichte, als in den Medien zu lesen war. Und weiter: „Ganz ausschließen kann man es nie“, dennoch sei seines Wissens noch nichts bewiesen, somit völlig unklar, ob ein Jäger der Täter sei.
Inwieweit die Forderungen des Volksbegehrens für die Graubündner Jägerschaft verbindlichen Charakter erreichen, werden weitere Instanzen wie der Große Rat und letztlich das ganze Volk des Kantons entscheiden.
MH/JMB

Link: Stellungnahme zur Volksinitiative