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Julia Klöckner legt Entwurf des Bundesjagdgesetzes vor

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Kathrin Führes
am
Dienstag, 28.07.2020 - 08:00
Rehbock-im-Wald © WildMedia - stock.adobe.com
Um den Waldumbau zu ermöglichen, soll der Schalenwildbestand reduziert werden.

Die Novellierung des Bundesjagdgesetzes war lange angekündigt, nun hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen Entwurf vorgelegt. Wie das Ministerium schreibt, soll das Gesetz „unter anderem einen angemessen Ausgleich zwischen Wald und Wild herstellen“. Das Thema Waldumbau spielt in der Gesetzesvorlage eine zentrale Rolle.

So soll der Hegebegriff nach § 1 Abs. 2 um folgenden Satz künftig ergänzt werden: „Sie soll insbesondere eine Naturverjüngung des Waldes im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen.“ Waldbauliche Maßnahmen dürfen also, durch die Folgen zu hoher Schalenwildbestände, ihren Zweck nicht verfehlen. Dazu soll, als Ergebnis des Waldgipfels im September 2019, auch der behördliche (Höchst-)Abschussplan für Rehwild abgeschafft werden. Stattdessen sollen sich die Verantwortlichen vor Ort künftig eigenverantwortlich über einen jährlichen Mindestabschuss für Rehwild im Jagdpachtvertrag verständigen. Sollte eine Einigung nicht möglich sein oder hinter der notwendigen Mindestabschussquote zurückbleiben, kann die zuständige Behörde die Mindestabschussquote festlegen.

Bleiabgabe durch Büchsenmunition soll verringert werden

Des Weiteren will man die Jägerprüfungsordnung vereinheitlichen. Auch soll ein verpflichtender Schießübungsnachweis bei der Teilnahme an einer Gesellschaftsjagd künftig erforderlich sein. Des Weiteren soll nach dem Entwurf „bundeseinheitliche Regelungen für eine Zertifizierung von Büchsenmunitionen mit optimaler Tötungswirkung, damit kein Tier unnötig lange leiden, bei gleichzeitiger Bleiminimierung“ geschaffen werden. Weitere Änderungen, die der Entwurf des Bundesjagdgesetzes umfasst, sind eine „Aufhebung des Verbotes von Nachtzieltechnik“ für die Schwarzwildbejagung, das Verbot des Kaufs und Verkaufs von Tellereisen sowie ein Verbot des Besitzes von fangbereiten Fallen für Greifvögel.

Der Entwurf geht nun in die Länder- und Verbändeanhörung. Eine Kabinetttsvorlage ist für September 2020 vorgesehen.


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