Jugend forscht: Projekt Fuchs

Erster Platz im Regionalwettbewerb "Jugend forscht" im Bereich Biologie: Tobias Finke (r.) und Ole Dohrmann.


Jugendliche aus dem ostwestfälischen Bielefeld untersuchten, motiviert durch Pressemeldungen über das Vordringen von Füchsen in die Städte, die Fuchspopulation ihrer Stadt. Mit drei unterschiedlichen Methoden, nämlich durch Fotofallenmonitoring, Altersbestimmung an präparierten Fuchsschädeln und Befragungen von Jägern haben sie sich bemüht, die Situation der Füchse auf Bielefelder Stadtgebiet zu erkunden. Das Fazit der zweijährigen Untersuchung zur aktuellen Verbreitung von "vulpes vulpes" in der Stadt: Im Oberzentrum Bielefeld gibt es keine im innerstädtischen Bereich dauerhaft lebenden "Rotröcke".
Damit bezweifeln die Schüler der Klasse 10a des Bielefelder Helmholtz-Gymnasiums, Tobias Finke und Ole Dohrmann (beide 16), die verbreitete Auffassung, Füchse seien generell dabei, die Großstädte zu erobern. Das Gegenteil sei der Fall: "Reineke Voss" ist nach Auswertung der Untersuchung in Bielefeld nicht auf dem Vormarsch. Es gebe aber zwischen den Vororten weite, überwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen, mit kleinen Feldgehölzen. Dort wurden,wie zu erwarten war, Füchse festgestellt. Diese nutzen die relativ schmalen Grünzüge der Stadtmitte aber nicht zum regelmäßigen Durchwandern der Siedlung.
Die in den Randgebieten der Stadt mehr oder weniger intensive Fuchsbejagung dürfte nach Ansicht der beiden Gymnasiasten bisher zur Selektion scheuer, vorsichtiger Individuen geführt haben, sicher trägt sie zu einer hohen Sterblichkeit junger Füchse bei. Die Wahrscheinlichkeit, älter als vier Jahre zu werden, sei für Bielefelder Füchse verschwindend gering.
Die Jugendlichen haben am Regionalwettbewerb "Jugend forscht" im Bereich Biologie teilgenommen. Sie belegten den ersten Platz und haben sich für die Teilnahme am Landeswettbewerb qualifiziert. Das Projekt wurde von der Bielefelder Jägerschaft unterstützt. Joachim Schwittay