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Jost Doerenkamp verstorben

Redaktion jagderleben
am
Freitag, 26.10.2018 - 11:00
Doerenkamp_Jost_Portrait.jpg © Markus Werner
Jost Doerenkamp

Aus Nordrhein-Westfalen stammend, strebte der von früher Jugend an mit dem Waidwerk vertraute passionierte Jäger ursprünglich eine forstliche Laufbahn in Bayern an. Dem Studium an der LMU in München folgten die Referendariatszeit bei der Bayerischen Staatsforstverwaltung und die Große Forstliche Staatsprüfung als Abschluss. Unmittelbar danach entdeckte Jost Doerenkamp dann aber den jagdlichen Journalismus für sich. Um „an der Information der Jägerschaft mitzuarbeiten“, wie er selbst einmal bemerkte. Das könnte als Leitsatz über seinem beruflichen Wirken stehen. Er sah es nicht als seine Aufgabe an, anderen eine Meinung vorzugeben oder jemanden in eine bestimmte Richtung zu drängen. Fachliche Information und das Aufzeigen von Konsequenzen jagdlichen Handelns standen für ihn im Mittelpunkt. Dennoch hatte er zu den wichtigen Themen eine eigene Meinung und tat diese auch kund, wenn er es für nötig hielt.

Faible für Jagdrecht und technik

Nach einer erfolgreichen Bewerbung trat er 1988 als festangestellter Redakteur in die PIRSCH-Redaktion ein. Dem Jagdrecht galt dabei sein besonderes Interesse, dem er nicht zuletzt im Rahmen des Deutschen Jagdrechtstages bei dessen Veranstaltungen nachging. Aber auch für die Technik in Form von Allradfahrzeugen konnte er sich begeistern. Die Auslandsjagd, speziell auf dem afrikanischen Kontinent, bereitete ihm Freude. Jagdlich sozialisiert in Niederwildrevieren in Nordrhein-Westfalen und Hessen, war er auch der Hege des Niederwildes und dem Waidwerk mit der Flinte sehr zugetan.

Durch den Unfalltod von Michael Lewicki im Jahre 1998 sah Jost Doerenkamp sich plötzlich mit dem Wunsch des Verlages sowie der Kolleginnen und Kollegen konfrontiert, die Chefredaktion der PIRSCH zu übernehmen. Nach kurzem Zögern stellte er sich dieser Herausforderung. Denn die Zeiten waren nicht eben einfach: Neue Techniken und Medien veränderten das „Blattmachen“ und den Beruf des Journalisten rasant und nachhaltig. Jagdlich standen die Zeichen der Zeit ohnehin auf „Sturm“. Die Spannungen zwischen Jagd, Forst, Landwirtschaft und Naturschutz waren nicht mehr zu übersehen. In dieser Situation bot Jost Doerenkamp sich und die PIRSCH als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Positionen an. Die begrenzten Möglichkeiten dafür waren ihm dabei durchaus bewusst. Trotzdem versuchte er an vielen Stellen als Mann des Ausgleichs zu wirken. Nicht nur als Chefredakteur, sondern auch als Jagdherr im PIRSCH-Revier, bei jagdrechtlichen und jagdpolitschen Veranstaltungen und bei der Herausgabe von Fachliteratur oder in der Verbindung mit dem Bund Bayrischer Berufsjäger. In seinem Abschieds- editorial zum Eintritt in den Vorruhestand 2016 drängte es ihn allerdings festzustellen: „Das Waidwerk wurde und wird bedauerlicherweise zunehmend von Ideologie statt Fachwissen (fremd-)bestimmt.“

Jahrzehntelang für den DLV tätig

Formuliert hat Jost Doerenkamp – der fast 29 Jahre für den Deutschen Landwirtschaftsverlag tätig war – diese Lagebeurteilung am Ende seiner beruflichen Laufbahn in seiner Funktion als Herausgeber der PIRSCH; 2011 war er aus der Position des Chef- redakteurs in diese Rolle gewechselt. Welches Fazit er für sich persönlich aus seiner Arbeit zog, wissen wir nicht. Wie es seiner Art entsprach, machte Jost Doerenkamp gerne „die Dinge mit sich selbst aus“. Und so wussten auch nur wenige, mit welch schwerer Krankheit er in den letzten Monaten zu kämpfen hatte. Die Nachricht von seinem Tod kam daher für viele überraschend und macht betroffen. JMB