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Jagdzeitenverordnung: Kritik an Minister Backhaus

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Montag, 30.03.2020 - 11:31
Damhirsch-jung-Bast © Erich Marek
Laut neuer Jagdverordnung sollen Damspießer ab dem 16. April geschossen werden dürfen.

Am 18. März unterzeichnete der Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern die geplante Jagdzeitenverordnung. Im Vorfeld hatte es diesbezüglich massiven Protest von Seiten der Jägerschaft gegeben und das Präsidium des Landesjagdverbandes hat nach eigener Aussage gegen den Entwurf gestimmt. Grund hierfür sind insbesondere die ausgedehnten Jagdzeiten auf Schalenwild. Nach dem neuen Jagdrecht dürfen Schmalspießer und Schmaltiere bei Rot- und Damwild vom 16. April bis zum 31. Januar geschossen werden. Außerdem sollen Nandus ins Jagdrecht kommen.

Gegenüber dem Landesjagdverband habe der Minister nach Ablehnung des LJV versichert, dass es eine Konsenslösung geben werde, so der Landesjagdverband in einer aktuellen Pressemitteilung. Backhaus Wort sei durch die Unterzeichnung der geplanten Verordnung ohne Veränderung gebrochen worden und der Verband zeigt sich zutiefst enttäuscht. 

Wann die Verordnung in Kraft tritt, ist unklar. Auch weitere inhaltliche Details wollte das Ministerium gegenüber der Redaktion nicht bekannt geben.

Deutsche Wildtierstiftung kritisiert Verordnung

Kritik kommt auch von Seiten der Deutschen Wildtier Stiftung. Das Ministerium ignoriere mit seiner Entscheidung sowohl wildbiologische Erkenntnisse als auch die Einwände des Landesjagdverbandes, so die Stiftung in einer Pressemitteilung. Der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung wird dort weiter zitiert: „Der Fokus auf die Verlängerung der Jagdzeiten bringt nicht die notwendigen Erfolge, wenn nicht alle jagdlichen Mittel vorher ausgeschöpft werden. Verlängerte Jagdzeiten führen zu mehr Störungen der Wildtiere mit der Konsequenz von scheuem Wild, das in den Wäldern steht und dort Bäume verbeißt.“