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Jagdverbot für "Buschleute"

Historische Aufnahme aus den 1960er-Jahren: Afrikajäger nach einer Jagd mit Buschleuten am erlegten Gnu. Foto: CvO © CvO


Nur noch rund 100.000 „Buschleute“ gibt es in Botswana, Namibia, Südafrika und Angola. Inmitten Botswanas liegt das Central Kalahari Game Reserve. Dieses Reservat wurde gegründet, um die rund 5000 in Botswana heimischen San auf ihrem angestammten Land zu schützen. Als dort jedoch in den 1980 Jahren Diamantenvorkommen entdeckt wurden, wurden die San aus dem Reservat vertrieben. Obwohl den San durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Jahr 2006 das Recht zugesprochen wurde, wieder in das Reservat zurückzukehren und dort auch jagen zu dürfen, hat die Regierung vieles unternommen, um dies zu verhindern. So wurden Brunnen in den Dörfern zugeschüttet, zugleich aber großzügig Touristenlodges eröffnet.
Besonders hart trifft die San nun das Anfang Januar in Kraft getretene absolute Jagdverbot auf Staatsland. Die traditionelle Nahrungsbeschaffung mit Speer, Pfeil und Bogen ist selbst ihnen untersagt. Werden sie in den Wildreservaten angetroffen, gelten sie als Wilderer und es droht ihnen Misshandlung und Haft. Für das Jagdverbot verantwortlich soll Botswanas Präsident Khama sein, der aufgrund seiner Tourismusinteressen vom Verbot profitiert. Bemerkenswert: Das Jagdverbot betrifft nicht die privaten Jagdfarmen, hier ist weiter Trophäenjagd möglich.
JD