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Jagdverband kritisiert Polizeistatistik

Grausames aber beliebtes Wilderer-Werkzeug: die Drahtschlinge. Foto: PF © PF

In Thüringen wird immer seltener Wilderei aufgedeckt. Das teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit. Im vorigen Jahr wurden nur 66 Fälle verfolgt, etwa halb so viele wie im Vorjahr. 55 Tatverdächtige wurden ermittelt, wobei es um Jagd- wie auch um Fischwilderei ging. Bei letzterer wurden 80 Prozent gestellt, weil sie als Schwarzangler schnell erkannt wurden. Bei der Jagdwilderei wurden bei 60 Prozent Täter ermittelt. Nach Erkenntnissen des LKA war häufig nur die Trophäe interessant.
Der Thüringer Jagdverband bezweifelt die Aussagekraft dieser Zahlen: Tatsächlich würde viel häufiger gewildert und einen Rückgang gäbe es auch nicht. Gerade in Südthüringen würde derzeit vermehrt über Wilderei geklagt. Generell geht der Verband davon aus, dass es bezogen auf die offiziell verfolgten Fälle das drei- bis vierfache an Wilderei gibt. Ein Grund sei, dass nur wirklich eindeutige Wilderer-Taten angezeigt würden. Oft würden die Tiere qualvoll getötet, beklagt der Verband.
PB