Home News Jagdverband feiert „Etappensieg“ im Rotwildstreit

Jagdverband feiert „Etappensieg“ im Rotwildstreit

Rotwild-Brunftzeit-Alttiere © Erich Marek
Derzeit laufen 19 Verfahren gegen die Abschussverfügung in Hessen.

Der Landesjagdverband Hessen hat gemeinsam mit der Rotwildhegegemeinschaft Spessart einen ersten Erfolg im Gerichtsstreit gegen das Land Hessen um den Abschussplan für Rotwild gefeiert. Wie der LJV in einer Pressemitteilung und einer darauffolgenden Ergänzung bekannt gab, hatte das Verwaltungsgericht Frankfurt am 28. Oktober zunächst mitgeteilt, dass das Gericht davon ausgehe, dass die Bejagung des Rotwilds im Forstamt Jossgrund vorübergehend ausgesetzt wird, da sich die Parteien nicht einigen konnten.

Allerdings ruderte das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz anschließend zurück und begrenzte den Abschussplan für Rotwild im Jossgrund auf die von der Rotwildhegegemeinschaft Spessart geforderten 450 Stück, statt wie bisher im Abschussplan vorgesehen 542 Stück. Zudem soll es laut Jagdverband ein Abschussverbot für Hirsche der Klasse 2 geben.

Kläger wollen weitere Einschränkungen

Das Verwaltungsgericht wies deshalb nun darauf hin, dass man jetzt davon ausgehe, dass „diese Stillhaltezusage bis zu einer Entscheidung des Gerichts notwendig und ausreichend sein dürfte, um dem Gebot des effektiven Rechtschutzes nach Art. 19 Abs. 4 Grundgesetz Rechnung zu tragen“, so der Jagdverband.

Der Rechtsvertreter der Kläger, Stephan Hertel, erklärte gegenüber der Redaktion, dass diese Entscheidung seinen Mandanten allerdings nicht weit genug ginge. Man wolle verhindern, dass innerhalb dieser 450 genehmigten Stücke wahllos über alle Geschlechter- und Altersklassen hinweg Rotwild erlegt werde. Die Grundsätze „Zahl vor Wahl“ und „Wald vor Wild“ stehen deshalb weiterhin in der Kritik, weil sie so nicht im Gesetz auftauchen, so Hertel.

Insgesamt laufen derzeit 19 Verfahren gegen die obere Jagdbehörde Hessen. Man habe sich für diese Verfahren Forstämter und Reviere ausgesucht, in denen der Rotwildabschuss besonders hoch sei, erklärt Hertel. PM/SBA


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