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Jagdunfall Nittenau: Jäger zu Bewährungsstrafe verurteilt

Jaeger-Anschlag-Hochsitz © Bergringfoto - stock.adobe.com
Nach einem tödlichen Unfall während einer Maisjagd wurde nun ein Jäger verurteilt (Symbolbild).

Rund ein Jahr nach dem tödlichen Jagdunfall bei einer Maisjagd in Nittenau, ist der angeklagte Jäger nun vom Landgericht Amberg zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 46-jährige Jäger und zugleich auch Jagdleiter der Maisjagd hatte ein Stück Schwarzwild beschossen und dabei einen Beifahrer auf der B 16 tödlich getroffen.

Jäger entschuldigte sich unter Tränen bei Eltern des Opfers

In seiner Aussage vor dem Landgericht zeigte sich der Jäger tief geschockt von den Geschehnissen. Wie sueddeutsche.de berichtet, habe der Angeklagte keine Erklärung für den tödlichen Unfall gehabt. Von den zwei Schüssen sei der eine ein „Treffer“ gewesen, beim zweiten habe es nur „gestaubt“. Der 46-jährige stammt aus einer Jägerfamilie und sei seit 24 Jahren im Besitz des Jagdscheins. Nach dem Unfall habe er alle Waffen abgegeben und wolle nie mehr auf die Jagd gehen, gab der Angeklagte zu Protokoll. Unter Tränen entschuldigte er sich bei den Eltern des Opfers. Diese nahmen die Entschuldigung jedoch nicht an.

Sicherheitsansprache war korrekt vor der Jagd erfolgt

Die anderen Teilnehmer der Maisjagd sagten als Zeugen vor der Strafkammer aus. Sie bestätigten, dass der angeklagte Jagdleiter sie vor der Jagd auf die Sicherheitsrisiken hingewiesen habe. Auch die B16 sprach er dabei an: „Keine Sau ist es wert, dass ein Menschenleben gefährdet wird“, sagte eine Mitjägerin laut sueddeutsche.de aus.

Schuss ging durch Wildschwein durch und traf dann den Beifahrer

Ein zugezogener Gutachter bestätigte vor Gericht, dass das tödliche Geschoss vorher etwas Weiches durchschlagen haben muss. Der Ballistiker geht in seinem umfangreichen Gutachten davon aus, dass es sich dabei am wahrscheinlichsten um das beschossene Wildschwein handeln muss. Das H-Mantel Geschoss sei dabei um zwei Grad von der eigentlichen Flugbahn abgewichen. Rund 600 Patronen sowie sämtliche Waffen der beteiligten Jäger waren sichergestellt und untersucht worden. In aufwendigen Analysen habe man versucht, das Geschehen zu rekonstruieren. Erst vier Wochen nach dem Jagdunfall erfuhr der Angeklagte, dass er den tödlichen Schuss abgegeben hatte.

Gericht verurteilt Jäger zu einem Jahr Haft auf Bewährung

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haft auf Bewährung von einem Jahr und sechs Monaten in seinem Schlussplädoyer gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe von neun Monaten. Das Landgericht Amberg sprach den Jäger der fahrlässigen Tötung schuldig und verurteilte ihn zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Zusätzlich zahlt der Verurteile 20.000 Euro an die Hinterbliebenen des Opfers sowie 10.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation, berichtet BR24.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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