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Jagdunfall bei Drückjagd: Jägerin freigesprochen

Drueckjagd-Kanzel-Bock © Polarpx - stock.adobe.com
Wer den Waidmann erschoss, ist weiterhin unklar.

Vor dem Amtsgericht Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) musste sich eine junge Frau verantworten. Der mittlerweile 22-jährigen Jägerin wurde vorgeworfen, dass sie einen 86-jährigen Mitjäger bei einer Drückjagd im Oktober 2017 versehentlich erschossen habe. Nach Prozessbeginn am 29. Oktober sollten eine Ortsbegehung sowie die Befragung verschiedener Zeugen Klarheit bringen. Doch ein Beweis, dass die Jägerin tatsächlich den tödlichen Schuss auf den Mitjäger abgegeben hatte, ergab sich im Laufe des Prozesses nicht. Daher sprach das Amtsgericht die junge Frau heute frei. 

Verteidigung wirft Staatsanwaltschaft Ermittlungsfehler vor

Bereits im Vorfeld hatte die Anwaltskanzlei, welche die jungen Jägerin vertritt, eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie zu dem Verfahren Stellung nahm. Nach Ansicht der Kanzlei sei es seitens der Staatsanwaltschaft und der Polizei zu „eklatanten“ Ermittlungsfehlern gekommen. Eine Hauptbelastungszeugin habe ihre im Vorfeld getroffene Aussage, dass die Angeklagte „sorglos in den Wald geschossen“ habe als reine Mutmaßung ihrerseits revidiert. Auch habe sich während der Hauptverhandlung herausgestellt, dass im Gebiet zur gleichen Zeit weitere Jagden durchgeführt wurden und bei der fraglichen Drückjagd Durchgehschützen im Einsatz waren. Diese hatten zumindest einen Schuss abgegeben. Auch wurde das fragliche Projektil nicht festgestellt. Die Verteidigung der Jägerin ging daher von einem Freispruch ihrer Mandantin aus.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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