+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 3.995 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 24.6.2022) +++
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Jagdunfall: BJV-Kreisgruppenvorsitzender schießt Hausschweine

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Leonie Engels
am
Freitag, 20.05.2022 - 12:07
Schwein-Dunkelheit © zayatssv – stock.adobe.com
Bei der Dunkelheit konnte der Jäger die Alpenschweine nicht vom Schwarzwild unterscheiden.

In Großweil (LK Garmisch-Partenkirchen, Bayern) hat Mitte April der Jagdpächter und 1. Vorsitzende der Kreisgruppe Garmisch Partenkirchen im Bayerischen Jagdverband (BJV) Thomas B. drei Hausschweine in ihrem Gehege erlegt. „Es war kein Vorsatz. Ich war der Meinung, dass es Wildschweine waren“, gibt Thomas B. gegenüber dem "Münchner Merkur" zu. Der Jäger gibt an, dass er nichts von dem Schweinebestand am Waldrand gewusst hätte und die Halter ihn hätten informieren müssen. Nach dem Abschuss wurden die Tierkörper in der Kühlung des Hotels Alpenhof in Murnau untergebracht. Der Waidmann informierte die Halter über den Verbleib der Tiere.

Laut "Münchner Merkur" halten die Schweinehalter die Erzählung des Jagdpächters von der Verwechslung als unglaubwürdig. Sie werfen dem Schützen vor, mit Vorsatz gehandelt zu haben. Zwei Wochen vor der Verwechslung hätten laut ihrer Aussage die Jäger einen Hochsitz neben dem Schweinegehege repariert und müssten laut der Tochter des Halters die Schweine gesehen haben. So der "Münchner Merkur" weiter.

Saugatter an uneinsehbarer Stelle

Laut Thomas B. befinde sich das Gatter in einem Schilfgebiet, in dem immer wieder Spuren von Wildschweinen gefunden wurden. Die Jäger seien angehalten, das Schwarzwild in Zeiten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) scharf zu bejagen. Zusätzlich seien die drei erlegten Sauen „alle krank, hatten keine Ohrmarken, haben nie einen Tierarzt gesehen und die Zustände waren katastrophal“, so B. gegenüber dem "Münchner Merkur".

Der Bruder des Schützen, welcher der Pächter des Alpenhofes ist und bei dem Jagdabend dabei war, bestätigte, dass die Alpenschweine in einem schwer einsehbaren Winkel im Morast des dunklen Waldes standen. Beide Brüder seien bestürzt und leiden unter dem Vorfall. Sie zeigten Verständnis für die Besitzer der Schweine.

Für eine persönliche Stellungnahme war Thomas B. leider nicht zu erreichen.

Schweinehalter erstatten Anzeige

Die Polizeiinspektion Murnau hat nun die Ermittlungen gegen Thomas B. aufgenommen. Gegen ihn wird wegen Vergehens nach dem Tierschutzgesetz und wegen Sachbeschädigung sowie einer Ordnungswidrigkeit nach dem Bayerischen Jagdgesetz und nach dem Waffengesetz ermittelt. Der Jäger sieht darin unter anderem eine Imageschädigung und Behauptung falscher Tatsachen, weshalb er seinerseits ebenfalls eine Gegenanzeige gestellt habe.


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