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Jagdsystem ist kein Verstoß gegen Menschenrechte

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Donnerstag, 20.01.2011 - 12:01
Das Gebäude des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Foto: CEDH © CEDH
Das Gebäude des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Foto: CEDH

Der 56-Jährige lehnt die Jagd ab und wollte die Jagdausübung in seinem Wald nicht dulden; er ist Jagdgenosse der Ortsgemeinde Langsur bei Trier.
Laut Bundesjagdgesetz sind alle Grundeigentümer einer Gemeinde, deren Besitztümer keinen Eigenjagdbezirk bilden, automatisch Mitglieder der Jagdgenossenschaft. Dagegen wollte sich der Mann wehren und hatte erfolglos durch alle bundesdeutschen Instanzen geklagt. Der EGMR bestätigte nun die Rechtsauffassung der deutschen Gerichte.
Die Straßburger Richter urteilten, dass die Mitgliedschaft durch ein öffentliches Interesse gerechtfertigt sei. Jagd diene der Kontrolle der Wildbestände und somit auch der Vermeidung von Wildschäden und helfe die Artenvielfalt erhalten, hieß es zur Begründung. Das Recht am Privateigentum des Klägers werde nicht verletzt. Die Richter wiesen darauf hin, dass der Kläger Schadensersatz verlangen könne, wenn durch die Jagd Schäden auf seinem Land entstünden.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, außerdem besteht die Möglichkeit zum Widerspruch. SE

Link: Hier das Urteil im Original