+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 2.457 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 21.10.2021) +++
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Jagdstrecke: Jäger erlegen weniger Schwarzwild trotz ASP

Fokko Kleihauer © Fokko Kleihauer
Fokko Kleihauer
am
Mittwoch, 29.09.2021 - 17:00
Sau-Strecke-FK © Orosz György Photogr - stock.adobe.com
Im vergangenen Jahr schossen Jäger im Osten deutlich weniger Sauen als 2019/2020 (Symbolbild).

In Thüringen erlegten die Jäger im vergangenen Jagdjahr 38.556 Wildschweine. Im Vergleich zum Rekordjahr 2019/ 2020, in dem 45.814 Schwarzkittel, gestreckt werden konnten, nahm die Strecke damit um rund 16 Prozent ab. Ein möglicher Grund für die geringe Anzahl sei wohl Corona, da viele Drückjagden wegen der Einschränkungen nicht stattfinden konnten, so das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Auch Sachsen-Anhalts Sauenstrecke von 2020/21 sank deutlich, so berichtet stern.de. Rund 39.700 Schwarzkittel erlegten Jäger im Land, im Jagdjahr 2019/2020 waren es noch rund 46.150.

Sinkende Strecken in Ost-Bundesländern

Sachsens Schwarzwildstrecke brach im Jagdjahr 2020/2021 sogar noch stärker ein. Mit 37.069 Stück schossen die Jäger 10.000 Wildschweine weniger als im Jadgjahr 2019/2020, eine Reduktion von 21 Prozent.

Auch in Brandenburg lagen 2020/2021 mit 90.306 Sauen zwölf Prozent weniger Sauen als im Vorjahr auf den Streckenplätzen. Grund sei auch hier Corona, vermutet das Landwirtschaftsministerium Brandenburg. Durch geschlossene Gastronomie hätten Jäger deutlich weniger Abnehmer für ihr Wild. Die logische Folge: Es wird weniger erlegt. Dazu kommt ein mehrmonatiges Jagdverbot in den Afrikanische Schweinepest-gebeutelten Landkreisen an der polnischen Grenze.

Wilhelm Bernstein hält das für eine gewagte Aussage. „Der Absatzmarkt ist angespannt, aber unsere Jäger haben keine gravierenden Absatzschwierigkeiten beim Wildbret und ich kann mir nicht vorstellen, dass die geschlossene Gastronomie so eine Auswirkung hat,“ sagte der Vizepräsident des LJV Sachsen. Warum die Sauenstrecke in Sachsen im letzten Jagdjahr so stark absackte, kann er sich jedoch nicht erklären.

Ausnahme Mecklenburg-Vorpommern

Das es auch anders geht, zeigt Mecklenburg-Vorpommern. Dort brachen die Jäger im Jagdjahr 2020/2021 den Rekord und erlegten 106.803 Schwarzkittel - 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus führt die deutliche Steigerung auf das Verantwortungsbewusstsein der Jäger in der ASP-Prävention und die vom Land gewährte „Pürzelprämie“ zurück. Auch Sachsen, Brandenburg und Thüringen zahlen Abschussprämien.


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