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Jagdstrategie umkrempeln

Mit dem Abriss der Kanzeln wurde bereits im Sommer begonnen. Foto: F. Burghardt © F. Burghardt

Mit dem Abriss der Kanzeln wurde bereits im Sommer begonnen. Foto: F. Burghardt


Ein Ziel der Parkverwaltung ist es, große Wildtiere für die Besucher wieder erlebbar zu machen. Zukünftig soll deshalb die Jagdpraxis im Schutzgebiet umstrukturiert werden. „Mittelfristig werden wir die Ansitzjagd noch beibehalten. Wir werden jedoch die Bewegungsjagden intensivieren“, so Friedrich Burghardt, Schalenwild-Experte des NP. Dazu baue man gerade eine Drückjagd-Struktur auf. Das heißt: Große Kanzeln an Wiesen werden abgerissen und durch leichte, mobile Sitze ersetzt. Diese Maßnahme wird damit begründet, dass insbesondere Alttiere, die Kälber auf diesen Wiesen verloren haben, nur noch nachts austreten würden.
Ebenso plant die Parkleitung eine dreimonatige Jagdruhe einzuführen. Nur die Randzone werde dabei normal weiter bejagt. Die nächtliche Kahlwildbejagung habe man bereits seit diesem Jagdjahr ausgesetzt. An dem Doubletten-Modell (wir berichteten) halte man aber weiterhin fest. Insbesondere Anfang August setzten die Jäger des Parks auf dieses Praktik.
„Wir wollen nicht mehr wie bisher das Wild mit Kirrungen an die Hochsitze locken, sondern mit unauffälligen Sitzen dorthin gehen, wo das Wild sich bewegt“, heißt es in einem Schreiben. Deshalb fokussieren sich die Verantwortlichen auf die Wanderbewegung der Tiere. Dafür ist ein professioneller Fährtensucher im Einsatz. Zudem werden ab Februar einige Stücke mit GPS-Sendern ausgestattet, um ihre Wege zu verfolgen.
Im laufenden Jagdjahr wurden von geforderten 149 Stück Rotwild nur 105 erlegt. Bei den Alt- und Schmaltieren habe man das Soll erreicht. Bei den Hirschen und Kälbern „hinken wir noch hinterher“, so Burghardt.
Dass das „Erlebbarmachen“ Zeit benötigt, ist auch Burghardt klar: „Dies wird sicherlich zwei bis drei Alttiergenerationen brauchen.“
MH