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Jagdsteuer abgeschafft

Im Durchschnitt fallen im Kreis Konstanz 1.200 Stück Wild dem Straßenverkehr zum Opfer. Foto: Wolfram Martin


Kreisjägermeister Dr. Karlheinz Störzer freute sich im Gespräch mit jagderleben über den Entschluss des Kreistages: „Das ist ein großer Erfolg.“ Die Stadt wird demnach künftig auf Steuergelder von rund 90.000 Euro verzichten. Doch dieser Betrag verblieb ohnehin nicht vollständig in der Kreiskasse. Die Jagdausübungsberechtigten haben jährlich etwa zwei Drittel der Steuer als Entschädigung für die Fallwildentsorgung zurückbekommen. „Dieser Verwaltungsaufwand hat mehr gekostet, als die eigentliche Kadaverbeseitigung“, sagte Störzer.
Die Kreisverwaltung nimmt jedoch nun auch die Grünröcke stärker in die Pflicht. Sie mussten sich mit ihrer Unterschrift dazu verpflichten, in Zukunft das Unfall-Wild von öffentlichen Straßen zu räumen. Bisher habe niemand aus der Jägerschaft die Unterzeichnung verweigert. „Warum auch“, so Störzer, „wir haben uns schon immer um diese Arbeit gekümmert.“
Ebenso zufrieden über die neue Regelung ist Ralf Bendl, Leiter des Amtes für Nahverkehr und Straßen am Landratsamt. Zwar fehle noch die Zusage von einem Pächter, dennoch sei der Beschluss gültig. Die Jägerinnen und Jäger müssen künftig jedes Tier, das dem Jagdrecht unterliegt und im Straßenverkehr getötet wird, beseitigen. Und zwar sofort, wenn ein Risiko für Verkehrsteilnehmer besteht. „Bei einem Mauswiesel zum Beispiel ist die Gefahr nicht so hoch“, relativiert Bendl. Auch müssten die Pächter für Ersatz sorgen, falls sie die Räumung nicht selbst durchführen könnten. Sollten sie das versäumen, würde die Straßenmeisterei das Beseitigen übernehmen, was wiederum mit Kosten verbunden ist. Der Aufwand müsste dann vom Jäger entschädigt werden. Bendl: „Dann würden wir uns auch auf den Vertrag berufen.“ In der Vergangenheit habe es jedoch nie Probleme mit der Entsorgung durch die Jäger gegeben.
BS