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Jagdschutzauftrag bestätigt

Das Amtsgericht Königs-Wusterhausen hat am 28. Oktober (AZ 2.1 DS 324/08) einen Jäger vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Tierschutz- und das Waffengesetz freigesprochen. Der Jäger hatte in seinem stadtnahen Jagdbezirk in der Dämmerung auf einen freilaufenden schäferhundgroßen Hund geschossen und diesen verletzt.

Nach Angaben des Jägers hatte der Hund mehrere Stück Rehwild verfolgt. Nach dem Schuss auf den Hund hatte der Jäger davon ein schwaches Kitz erlegt, da er nicht ausschließen konnte, dass dieses von dem Hund verletzt worden war. Der als Zeuge vernommene Hundehalter gab an, dass der Hund rund 150 Meter von ihm entfernt frei herumlief und er kein Wild beobachten konnte. Er habe den Hund die ganze Zeit gesehen und unter Kontrolle gehabt.

Das Gericht führte einen Ortstermin durch. Dabei stellte sich heraus, dass unter den herrschenden Sichtbedingungen ein Hund auf der Fläche kaum erkennbar war. Hinzu kam, dass aufgrund von Bodenwellen nicht die ganze Fläche eingesehen werden konnte.

Obwohl die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen (zwei Netto-Monatseinkommen des Angeklagten) beantragt hatte, sprach das Gericht den Angeklagten auf Antrag seines Verteidigers frei. Das Gericht begründete sein Urteil im Wesentlichen damit, dass es aufgrund des Ortstermins zu der Überzeugung gelangt sei, dass der Hundehalter unter den gegebenen Umständen nicht auf seinen Hund einwirken konnte, insbesondere auch nicht erkennen konnte, ob sich dort Wild aufhielt. Deswegen greife die gesetzliche Vermutung des § 40 Abs. 1 Ziffer 2 des Brandenburgischen Jagdgesetzes, wonach Hunde, die sich außerhalb der Einwirkung einer führenden Person im Jagdbezirk aufhalten, als wildernd gelten. Der Jäger war als jagdschutzberechtigte Person deshalb befugt, den Hund zu erlegen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Berufung gegen das Urteil angekündigt. SE