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Jagdschein-Entzug: Schlief ein Jäger am frühen Morgen oder nicht?

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Kathrin Führes
am
Dienstag, 22.09.2020 - 12:00
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Schlief ein Jäger am frühen Morgen des fraglichen Tages oder nicht? Mit dieser Frage musste sich nun das Amtsgericht in Haßfurt beschäftigen.

Hat ein Jäger am frühen Morgen des 31. Oktobers 2019 tatsächlich geschlafen oder nicht? Mit dieser Frage musste sich das Amtsgericht in Haßfurt (Bayern) nun beschäftigen. Wie „infranken.de“ berichtet, sei der Waidmann auf dem Ansitz gewesen, um Schwarzwild zu bejagen. Da ihm jedoch Nebel einen Strich durch die Rechnung machte, brach der Jäger den Ansitz ab und fuhr nach Hause. Sein Repetierer war durch den Nebel nass geworden, sodass der 42-Jährige seine Jagdwaffe zum Trocknen in einen offenen Kleiderschrank stellte.

Am Morgen klingelte gegen 8.30 Uhr die Waffenbehörde zu einer unangekündigten Routinekontrolle am Haus des Waidmanns. Seine Ehefrau machte den Kontrolleuren die Tür auf, ihr Mann kam einige Minuten später dazu. Bei der Kontrolle des Waffenschrankes gab der Angeklagte an, dass sich die fehlende Waffe in einem Kleiderschrank befände. In diesen Punkten waren sich Verteidigung und Anklage einig. Was davor geschah, darüber gab es jedoch unterschiedliche Ansichten.

Kontrolleure gaben an, dass der Jäger geschlafen habe

Die Zeugen, eine Mitarbeiterin der Behörde sowie ein Büchsenmacher als Sachverständiger, gaben unabhängig voneinander an, dass der Mann beim Eintreffen der Kontrolleure erst nach einigen Minuten zur Haustür dazugekommen sei und sich damit entschuldigt habe, dass er geschlafen habe. Dieser Aussage widersprach der Waidmann vor dem Amtsgericht und gab an, dass er die ganze Zeit wach gewesen sei. Für die Zeit um 5.30 Uhr sowie für den Zeitraum ab 6.30 Uhr konnte die Ehefrau dies vor Gericht bestätigen, so ein Gerichtssprecher gegenüber der Redaktion. Er sei somit in der Lage gewesen, jederzeit Zugriff auf seine offen aufbewahrte Waffe zu haben und einen möglichen Missbrauch zu verhindern. Hätte der Mann geschlafen, sei dies nicht der Fall. Wie die Kontrolleure weiter vor Gericht aussagten, habe der Mann die Aufbewahrung der Waffe im Kleiderschrank als „Lappalie“ dargestellt.

6.000 Euro Strafe und Jagdscheinentzug

Das Amtsgericht glaubte den Schilderungen des Ehepaares jedoch nicht und folgte der Ansicht der Staatsanwaltschaft. Der Jäger wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro (50 Tagessätze zu je 120 Euro) verurteilt. Zudem wurde der Jagdschein wegen Unzuverlässigkeit von der Jagdbehörde eingezogen. Ob die Verteidigung Berufungen gegen das Urteil einlegen wird, ist nicht bekannt.


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