Home News In der Jagdruhe liegt die Kraft

In der Jagdruhe liegt die Kraft

Laut Experten das Ergebnis von geringem Jagddruck: Das Rotwild zeigt sich auch tagsüber. Foto: Erich Tomschi


Friedrich Burghardt, vom Nationalpark Nordschwarzwald, und Flurin Filli vom Schweizerischen Nationalpark, sind erfahrene Experten beim Schalenwild Management. Der Umgang mit Rotwild in Baden-Württemberg stand im Zentrum des Beitrags von Burghardt: „Durch nichts lässt sich Rotwild effektiver reduzieren als durch Ruhebereiche!“ Pausen- und gedankenloser Jagddruck überall und jederzeit hätte zu den heute meist unsichtbaren und schwer zu bejagenden Rotwildpopulationen geführt. „Ich wünschte mein Chef würde hier sitzen,“ seufzte ein Teilnehmer.
Auch Flurin Filli zeigte an Beispielen in und um seinen Nationalpark, dass mit kurzen Jagdzeiten und vor allem Planungen, die auf biologischen Fakten beruhen, ein Rotwildbestand sauber und effektiv in den Griff zu bekommen ist. Aber auch die Zusammenarbeit mit den Nachbarn und konsequente Lenkung von Touristen gehört in ein Managementkonzept. Jäger, die ihr Handwerkszeug verstehen und Wildbiologen, die die Reaktion des Wildbestandes fachgerecht untersuchen, sind nach Ansicht der Referenten die Voraussetzung für einen vernünftigen und effektiven Umgang mit Wildtieren. Doch dazu brauche es Mut, vertraute Ideologien zu verlassen, wie Friedrich Burghardt abschließend bemerkte.
CM

 


Dr. Christine Miller Wildbiologin und Journalistin aus Rottach-Egern, hat in etlichen Ländern mit unterschiedlichen Jagdsystemen gearbeitet.
Thumbnail