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Jagdrecht tangiert

Nutriastrecke © Eike Mross

Nutria-Strecke: Schon bisher beteiligt sich die Jägerschaft mit Waffe und Falle aktiv am Management invasiver gebietsfremder Arten.


Die Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates zielt auf die Prävention, Minimierung und Abschwächung der nachteiligen Auswirkungen der vorsätzlichen wie der nicht vorsätzlichen Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten auf die Biodiversität in der Union ab.

Zur Umsetzung schlägt die Bundesregierung nicht nur die Änderung der entsprechenden Passagen des Bundesnaturschutzgesetzes vor, sondern will im Bundesjagdgesetz einen „§28a“ einfügen. Darin wird geregelt, inwieweit Jagdausübungsberechtigten die Durchführung von Management- oder Beseitigungsmaßnahmen übertragen werden kann oder ihnen die Mitwirkung an der Durchführung dieser Maßnahmen auferlegt werden kann, beziehungsweise sie diese zu dulden haben, sofern sie daran nicht mitwirken wollen oder der Mitwirkung nicht ordnungsgemäß nachkommen.

Dies gilt in erster Linie für Maßnahmen, soweit diese invasive Arten betreffen, die entweder dem Jagdrecht (nach Bundesjagdgesetz und den Jagdgesetzen der Länder) unterliegen oder im Zuge des Jagdschutzes zu "bejagen" sind. Die Duldungspflicht erstreckt sich jedoch auch auf die übrigen denkbaren Fälle. Eine Kostenerstattung ist nicht vorgesehen. Die Hegepflicht wird dadurch insoweit eingeschränkt, dass sie nicht den in der Verordnung festgelegten Zielen entgegenstehen darf. Der jagdrechtliche Elterntierschutz bleibt jedoch unangetastet.

Eine besondere Note bekommt das Gesetzgebungsverfahren dadurch, dass der Bundesrat in seiner Stellungnahme dazu angeregt hat, im Zuge der notwendigen Änderung des Bundesjagdgesetzes auch gleich die seit längerem angedachten Neuregelungen im Bereich der Jäger- und Falknerprüfung sowie zur Verwendung von bleifreier Büchsenmunition vorzunehmen. Ein Vorschlag, den die Bundesregierung „im weiteren Gesetzgebungsverfahren prüfen“ will. JMB


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
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