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Jagdpächter im Osten sollen 300 Prozent mehr zahlen

Sieht die regionale jagdliche Kompetenz verdrängt: Dr. Wolfgang Bethe, Präsident des Brandenburger Jäger. Foto: LJV-BBG © LJV-BBG

Nachdem sich die Beiträge bereits 2010 etwa verdoppelt hatten, steigen sie für das Beitragsjahr 2012 nochmals um bis zu 200 Prozent an. Da die Erhebung rückwirkend erfolgt, gingen die Bescheide der Berufsgenossenschaft in den vergangenen Tagen zu.
Die Landesjagdverbände von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen empfehlen den Betroffenen, Widerspruch einzulegen und kündigen eine rechtliche Prüfung an. „Die Verdreifachung des Hebesatzes auf den Faktor 10,0223 je Berechnungseinheit erschließt sich uns nicht“, sagt Dr. Wolfgang Bethe, Präsident des LandesjagdverbandesBrandenburg e.V. in einer Pressemitteilung zu dieser Thematik. Und weiter: „Es besteht die Gefahr, dass viele ortsansässige Pächter, die ihre Flächen seit Jahren nachhaltig und verantwortungsvoll bewirtschaften, die hohen Preise nicht mehr zahlen können und die regionale jagdliche Kompetenz verdrängt wird.“
Was viele Jäger dabei zusätzlich erzürnt: Sie sehen keine Leistungssteigerungen im Bezug auf die Beitragssteigerungen der Versicherung. Durch die gesetzliche Zwangsmitgliedschaft haben sie jedoch auch keine Möglichkeit, auf andere Versicherungsträger auszuweichen.
Der Landesjagdverband Brandenburg verweist in seiner Mitteilung auch auf die vielen freiwilligen Leistungen, die die Jagdausübungsberechtigten für die Gesellschaft und die Natur finanzieren und erbringen. Diese freiwillige Arbeit sei gefährdet, da die Beiträge der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften seit 2011 um gut 300 Prozent erhöht wurden. Für 2014 drohen den Jägern weitere Beitragserhöhungen, nämlich dann, wenn der bundeseinheitliche Beitrag eingeführt werden soll.
Der Landesjagdverband Brandenburg hat unterdessen für Mitglieder, die gegen den Bescheid von 2012 vorgehen wollen, ein geprüftes Widerspruchsmuster erstellt, das über die Internetseite des Landesjagdverbandes erhältlich ist (siehe Web-Link unten). Die betroffenen Landesjagdverbände prüfen derzeit rechtliche Mittel, um gegen die Bescheide der BG vorzugehen.
PM/JMB


Link: Hier gehts zum Widerspruchsmuster