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Jagdhunde: Praxisnahe Ausbildung künftig unmöglich?

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Samstag, 04.09.2021 - 16:07
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Terrier-Apport-Ente © sebgsh - stock.adobe.com
Der Bundesrat hat eine neue Tierschutz-Hundeverordnung auf den Weg gebracht, die sich auch auf die Jagdhundeausbildung auswirken könnte.

Mitte August hat die Jahrestagung des jagdkynologische Arbeitskreis Bayern (JKA Bayern) in Neuhof/ Zenn (Lkr. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim/ Bayern) stattgefunden. Zentraler Diskussionspunkt war die neue Tierschutz-Hundeverordnung, die Ende Juni vom Bundesrat auf den Weg gebracht wurde. In der Verordnung heißt es: „Es ist verboten, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für die Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden.“ Hierzu zähle laut JKA Bayern beispielsweise bereits ein kräfitger Ruck an der Leine. Die Änderungen der Tierschutz-Hundeverordnung basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die einen Strafreiz bei Hunden als nicht tierschutzkonform einstufen. Genaue Angaben zu den Quellen werden jedoch nicht angegeben, schreibt der JKA Bayern.

Positive Reize ein wichtiger Teil in der Ausbildung

„Ausschließlich mit positiven Reizen aber ist die Ausbildung von Gebrauchshunden kaum machbar und unverantwortlich“, erklärt Frank Wagner, Präsident des JKA Bayern. Er fügt an: „Hunde für den Jagdgebrauch dienen dem Tierschutz auf der Jagd. Unsere Jagdhunde müssen diesen Tierschutz, aber auch Sicherheit für Mensch und Tier gewährleisten. Unverzichtbare Grundlage dafür ist der Gehorsam. Nur der gehorsame Hund ist im Jagdeinsatz zu verantworten.“ Für denn Präsidenten sind positive Reize ein wichtiger Teil in der Ausbildung. Dennoch müsse ein Fehlverhalten im Einzelfall auch korrigiert werden. Der JKA Bayern befürchte, dass eine Ausbildung brauchbarere Jagdhund fortan nicht mehr möglich sei.

Der Jagdkynologische Arbeitskreis appelliert an die Bayerische Staatsregierung bei der Entscheidung Augenmaß bewahre, Expertisen aus dem Jagdgebrauchshundewesen berücksichtige und Möglichkeiten schaffe, eine praxisgerechte und tierschutzkonforme Jagdhundeausbildung zu sichern.


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