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Jagdhunde ab 2014 befreit

Geschafft: Kißleggs Hegeringleiter Dirk Gierhake (l.) und sein Stellvertreter Franz Küchle haben den Antrag verfasst und überzeugt. Foto: Henry M. Linder © Henry M. Linder

Das wurde mit zwölf gegen sechs Stimmen bei der Gemeinderatssitzung am 10. Juli entschieden. Dabei überzeugte die Mehrheit vor allem die durch die Jäger angeführten Argumente, vorgetragen durch Gemeinderat Heribert Weimer (CDU): Die Haltung eines Jagdhundes sei nicht unbedingt Privatvergnügen, sondern es sei vom Gesetzgeber nach § 21 Landesjagdgesetz Baden-Württemberg vorgeschrieben.
Die Vierbeiner würden zum Allgemeinwohl, z.B. zur Nachsuche bei durch Verkehrsunfälle verletztem Wild, zu allen Tages- und Nachtzeiten eingesetzt. Verunfalltes oder verendetes Wild an den Straßen werde darüber hinaus von den Jägern - unentgeltlich und freiwillig - entsorgt. Bereits bei diesen Fällen greife das Argument nicht, dass keiner das Hobby Jagd ausüben müsse, denn hier werden Tier- und Naturschutzaufgaben genauso übernommen wie Dienstleistungen des örtlichen Bauhofs.
Weimer stellte die Frage, warum ein Jäger steuerlich zur Kasse gebeten werde, wenn er einen Hund hält, aufzieht, ausbildet, Tierarztkosten bezahlt, um von der Allgemeinheit verursachte Schäden auszubügeln. Zudem seien die Jäger ebenso diejenigen, die von der sogenannten Energiewende (Stichwort Vermaisung) betroffen sind. Eine effektive Bejagung von Schwarzwild zur Vorbeugung und Bekämpfung von Wildschäden sei aber nur mit ausgebildeten Jagdhunden möglich.
Darüber hinaus gäbe es in Kißlegg bereits Befreiungen von der Hundesteuer. Bisher wurde jedoch nie nachgeprüft, ob ein sogenannter Rettungshund auch nur ein einziges Mal im Einsatz war. "Jagdhunde dienen der Allgemeinheit in Kißlegg weit häufiger als Rettungshunde", so Weimer. Denn vor Ort habe man bedeutend mehr Wildunfälle und Maisfelder als Erdbeben und Lawinenabgänge. Anträge auf Befreiung von der Hundesteuer sind beim Hegering zu stellen: franzkuechle@web.de.
SN