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Jagdhund bei Müllsammelaktion vergiftet

Der Jagdhund vergiftete sich vermutlich an weggeworfenen Essensresten. © Cosima Zeller

Ein kleiner Münsterländer zeigte urplötzlich massive Vergiftungserscheinungen. Erst war der Jagdhund sehr unruhig, später kamen gesteigerter Speichelfluss, Krampfen und Zucken hinzu, noch ein wenig später Kot absetzen und heftiges Erbrechen. Vergiftet hatte er sich sehr wahrscheinlich im Revier.

Auch im Naturschutzgebiet wird immer wieder Müll abgeladen – mit schlimmen Folgen für Tiere. © Cosima Zeller

Auch im Naturschutzgebiet wird immer wieder Müll abgeladen – mit schlimmen Folgen für Tiere.

Abfälle aller Art in der Landschaft

Verrostete Gulaschdosen aus Polen, Staubsaugerbeutel, Asbest-Blumenkübel – „Wir finden alles Mögliche im Revier“, erzählt Cosima Zeller, die am Kaiserstuhl jagt. Seit gut zehn Jahren veranstalten die Pächter jedes Jahr eine oder mehrere Müllsammelaktionen, vor allem im Frühjahr, bevor das frische Grün den Müll meist wieder verdeckt. Auch Spaziergänger zeigen sich oft erstaunt, welche Mengen an Müll die Jäger mit örtlichen Helfern oder engagierten Jagdschülern jedes Jahr aus dem Wald tragen.

An dem betreffenden Tag führte Cosima Zeller ihre „Cara“ an der langen Feldleine. Die Sauen hatten in der Nacht zuvor einen schon längst überwucherten Sack aus der Grasnarbe geholt, der beseitigt werden sollte. Der Hund stöberte in der Nähe.

Nur wenige Stunden später traten die ersten Symptome auf, die die gelernte Tierarzthelferin auch richtig als Vergiftung deutete. Nach einer bangen Nacht in der Tierklinik die Entwarnung, dem Hund geht es besser.

Nur ein kleiner Teil der Ausbeute der „Müllrazzia“. © Cosima Zeller

Nur ein kleiner Teil der Ausbeute der „Müllrazzia“.

Hoffnung auf mehr Verständnis für das Wohl der Tiere

Den ersten Verdacht der Klinik – eine Haselnussintoxikation – kann Cosima Zeller ausschließen. Sie vermutet viel eher „komplett vergammelte Kartoffeln und Essensreste“ die sie später in einem der Säcke fand. Die passionierte Jägerin hofft „dass unser Einsatz, aber vor allem auch das Leiden das der Hund und wir erfahren mussten, die Menschen sensibilisiert.“

Was genau der Hund gefressen hatte, konnte nicht mehr rekonstruiert werden. Mittlerweile ist „Cara“ wieder wohlauf. Tests auf Folgeschäden an Leber und Niere stehen noch aus. Die Arztrechnung dagegen ist happig – 957 Euro sind aufgelaufen. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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