+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 114 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 30.10.2020) +++
Home News Jagdhund erblindet: Jäger bekommt 3750 Euro Schadensersatz

Jagdhund erblindet: Jäger bekommt 3750 Euro Schadensersatz

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Dienstag, 06.10.2020 - 12:02
Jagdterrier-rauhaarig © Snowboy - stock.adobe.com
Ein Deutscher Jagdterrierrüde verlor sein Augenlicht – der Fall ging bis vor das Landgericht Detmold (Symbolbild).

Bei einer Jagd in einem lippischen Revier (Nordrhein-Westfalen) im Jahr 2015 kam es zu einem tragischen Zwischenfall: Jagdhunde hatten einen Waschbären verfolgt, ein Jagdterrier stellte ihn schließlich und hielt ihn fest. Ein hinzugekommener Jäger wollte das Tier erlösen und mit einem Messer abfangen. In dem Getümmel traf der Waidmann versehentlich das rechte Auge des jungen Terriers und verletzte ihn dadurch schwer. Der Jagdhund erblindete auf einem Auge. Durch eine Erkrankung verlor der Hund später auch noch auf dem anderen Auge das Augenlicht.

Abfangvorgang wurde vor Gericht diskutiert

Vor Gericht hatte der Besitzer des Hundes von dem Jäger 15.000 Euro Schadensersatz gefordert. Der Hund sei weder für die Zucht, noch für die Jagd einsetzbar, argumentierte der Kläger. Verschiedene Zeugen und auch Sachverständige sagten im Prozess aus. Gegenstand der Diskussion war unter anderem das Abfangen des Waschbären. Das Waschbär sei durch den Jäger nicht „waidmännisch korrekt erlegt“ worden und das Fehlverhalten habe zur Verletzung des Hundes geführt, gibt die „dpa“ Aussagen eines Fachmanns wieder.

Jäger einigen sich auf Vergleich in Höhe 3750 Euro

Gegenüber der Redaktion erklärte ein Experte, welcher im Prozess aussagte, dass der junge Terrier jedoch auch an „Grauen Star“ erkrankt gewesen sei, was dann zur vollständigen Erblindung geführt habe. Der Unfall sei für die Erblindung am linken Auge nicht ursächlich gewesen. Im Prozess wurde auch der Unterschied zwischen Zucht- und Gebrauchswert im Hinblick auf die geforderte Schadensersatzsumme in Höhe von 15.000 Euro diskutiert. Letztendlich einigten sich nun beide Parteien auf einen Vergleich in Höhe von 3750 Euro, so die „dpa“.


Kommentieren Sie