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Jagdhund bei Drückjagd erschossen: Gericht bemisst Schadensersatz

Terrier-bei-der-Jagd © gsshot - stock.adobe.com
Der Terrier war bei einer Drückjagd erschossen worden (Symbolbild).

Die Revision zum Schadensersatz für einen erschossenen Jagdhunde hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) nun zurückgewiesen. Wie das OLG berichtet, hatte die Klägerin für ihren 20 Monate alten Jagdhund, welcher versehentlich bei einer Drückjagd erschossen worden war, Revision gegen eine Klageabweisung vom Landgericht eingelegt. Die Frau hatte bereits vorgerichtlich von der Haftpflichtversicherung 2.100 Euro erhalten, forderte aber, mit Verweis auf erhebliche höhere Ausbildungskosten, weiteren Schadensersatz.

Sau wurde von zwei Hunden gejagt

Nach Angaben des beklagten Jägers habe er während der Drückjagd ein Stück Schwarzwild anwechseln sehen, welches von einem Hund mit Warnweste und dem Terrier der Klägerin gejagt wurde. Als das Wildschwein sich bis auf etwa 60 bis 70 Meter genähert hatte, habe er nur noch den Jagdhund in der Warnweste in circa 10 Metern Entfernung zur Sau gesehen. Da der Terrier nicht mehr sichtbar war, habe er angenommen, dass sich dieser entfernt habe und deshalb geschossen.

Jäger hätte keinen Schuss abgeben dürfen

Das OLG betont, dass der Jäger in dieser Situation von einer Schussabgabe hätte absehen müssen, da für den Schützen nicht einsehbar gewesen wäre, ob der Hund sich hinter dem Wildschwein befunden hätte.

Dennoch sei mit der vorgerichtlichen Zahlung der Schaden bereits vollständig ausgeglichen. „Der Schadensersatzanspruch bemesse sich hier zum einen nach dem Preis für einen vergleichbaren Welpen. Dieser Preis liege bei 500,00 €. Zum anderen seien die Kosten zu berücksichtigen, die für die Ausbildung eines Hundes mit durchschnittlicher Begabung aufzuwenden seien, um den Ausbildungsstand des getöteten Hundes zu erreichen. Gemäß den sachverständigen Ausführungen seien dafür unter Berücksichtigung des nachgewiesenen Ausbildungsstandes des Terriers der Klägerin insgesamt 79 Stunden anzusetzen. Bei Ansatz von 10 € je Ausbildungsstunde ergebe sich damit ein unter dem bereits ausgeglichenen Betrag liegender Wert, so dass der Klägerin kein weiterer Anspruch zustünde“, so das OLG in seiner Begründung. Auch gegen den Jagdleiter bestünden keine Ansprüche.


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