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Jagdgesetz Hessen: Neuerungen durch Koalitionsvertrag

Jungwaschbären sollen in Hessen künftig keine Schonzeit mehr haben (Symbolbild). © Pixabay.com/ Hans Braxmeier

In Hessen wurde ein neuer Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen verabschiedet (Stand 20. Dezember 2018). Das Papier kündigt dabei keine größeren Veränderung des Jagdgesetzes an. Allerdings soll am Jagdrecht gegebenenfalls eine Anpassung vorgenommen werden, wenn beispielsweise wildbiologische Erkenntnisse dies erfordern. Dazu gehört die Aufhebung der Schonzeit für Jungwaschbären aber gleichzeitig auch das Verbot von Totschlagfallen. Außerdem sollen Füchse in Ausnahmefällen und mit Sondergenehmigung in der Schonzeit bejagt werden dürfen.

Insgesamt wollen die Koalitionspartner die Zusammenarbeit mit der hessischen Jägerschaft verbessern. Die Jagdabgabe soll ausschließlich für jagdliche Belange eingesetzt werden. Das einheitliche Reviersystem will man beibehalten, aber durch Maßnahmen, wie Lebensraumgutachten das Miteinander zwischen Wald und Wild verbessern. Die Schonzeit für Schwarzwild wird weiterhin ausgesetzt bleiben, um die ASP-Gefahr einzudämmen. Im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist des Weiteren vorgesehen, auf 75 Prozent der Fläche jagdfreie Zonen einzurichten.

Landesjagdverband sieht wichtige Forderungen als erfüllt an

Der hessische Landesjagdverband gibt in einer Pressemitteilung bekannt: „Der LJV sieht zwei wichtige Kernforderungen als erfüllt an: Das Hessische Jagdgesetz bleibt unangetastet und Jungwaschbären sollen wieder ganzjährig bejagbar sein.“ Allerdings sieht der Jagdverband bei der Formulierung: „Das Jagdrecht wollen wir evaluieren und in Zusammenarbeit mit den Umwelt- und Jagdverbänden ggf. fortschreitend an wildbiologische Erkenntnisse anpassen“, die Gefahr, dass durch die Hintertür weitere Einschränkungen der Jagd eingeführt werden könnten.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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