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Jagdgesetz-Entwurf steht

Ministerin Keller bei der heutigen Vorstellung des Gesetz-Entwurfes. Foto: TMIL


Das Gute vorweg: Bereits vor dem offiziellen Termin verkündete Keller, dass Schalldämpfer aus Gründen des Gesundheitsschutzes legalisiert werden sollen. Damit komme man der Forderung des Jagdverbandes nach. Doch auch andere Interessenvertreter haben erfolgreich Einfluss genommen. So plane man zum Beispiel ein Verbot von Totschlagfallen und bleihaltiger Schrotmunition. Des Weiteren sollen künftig wildernde Hund nur mit vorheriger schriftlichen Genehmigung geschossen werden dürfen. Die Entnahme herrenloser und verwilderter Katzen darf laut Entwurf nur dann erfolgen, wenn sie nicht wie Wildkatzen aussehen und sich mindestens 400 Meter von der nächsten Siedlung entfernt haben. Wegfallen sollen Abschusspläne fürs Rehwild. Jagdausübungsberechtigte müssten in Absprache mit den Verpächtern Mindestabschüsse festlegen (bedarf keine behördliche Zustimmung). Beim Rot-, Dam- und Muffelwild soll die Bejagung nur noch nach Altersklassen (Trophäenbeschaffenheit spielt keine Rolle) erfolgen. Auch die Pflichtmitgliedschaft in Hegegemeinschaften ist womöglich bald Geschichte. Weiter im Plan: Jagdzeiten auf dem Verordnungsweg festlegen.
Insgesamt sei man sich bei 21 von 29 Eckpunkten bereits einig. Die noch offenen Punkte werde man in parlamentarischen Verfahren entscheiden. Änderungen in der Liste der jagdbaren Arten oder auch Jagdzeiten wolle man laut Keller per Rechtsverordnungen regeln. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.
Vor der offiziellen Bekanntgabe kritisierte die Landesjägerschaft (LJV) eine Aktion der Tierrechtsorganisation "Peta". Mit gewohnt polemischen und nicht belegbaren Aussagen machten sie Stimmung gegen die Fuchsjagd. Diese sei laut den Aktivisten aus Tierschutzgründen nicht mehr tragbar. Dem widersprach nicht nur der LJV, sondern glücklicherweise auch die Ministerin. Der Schutz einer Tierart dürfe nicht zu Lasten anderer Tierarten geschehen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Der Entwurf wurde jetzt an die zuständigen Ausschüsse des Thüringer Landtags übergeben. Bis zur Sommerpause soll der Landtag das neue Jagdgesetz verabschiedet haben.
red