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Jagdgesetz-Änderung: Keine Unterteilung mehr nach Güteklassen

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Freitag, 17.09.2021 - 10:45
Rothisch-im-Farn © giedriius - stock.adobe.com
Die Abschussplanung erfolgt bei Trophäenträgern künftig allein nach dem Alter.

Vor Kurzem wurde in Thüringen eine neue Ausführungsverordnung für das Jagdgesetz beschlossen. Dadurch wird u.a. der Einsatz von Nachtsichttechnik (Vor- und Aufsatzgeräte) für die Jagd auf Schwarzwild erlaubt. Doch dies ist nicht die einzige Änderung im Jagdgesetz. Des Weiteren wurden die Abschussregelungen für Rot-, Dam- und Muffelwild geändert.

Demnach ist eine Übererfüllung des Dreijahresabschussplans von 10 Prozent bei „weiblichen Wild und dessen Zuwachs“ zulässig. Beim männlichen Wild wird von einer Kombination aus Güteklassen- und Altersabschuss zu einem reinen Altersklassenabschuss gewechselt – der bisherige § 20 „Klassifizierung und Hegeziele bei männlichen Rot-, Dam- und Muffelwild“ ist gänzlich gestrichen.

Das bedeutet künftig: Die Anzahl der Enden ist z.B. beim Rotwild kein entscheidendes Kriterium mehr zur Erlegung. "Damit entfällt die oftmals sehr schwierige Trophäenansprache", so das Landwirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung. 

Der Landesjagdverband Thüringen sieht die Überarbeitung sehr kritisch, teilt er gegenüber der Redaktion mit. Er wagt zu bezweifeln, dass eine reine Altersansprache einfacher ist. Dennoch sei diese Änderung aus wildbiologischer Sicht nicht falsch.

Thorsten Weil zur Gesetzesänderung

Landwirtschaftsminister Thorsten Weil begründet die neue Ausführungsverordnung mit den Worten: „Zusammen mit dem bereits gesetzlich fixierten Mindestabschuss beim Rehwild wollen wir mit den neuen Regelungen die Wiederbewaldung von Kahlflächen und verlichteten Wäldern mit klimastabilen Baumarten unterstützen. Den Tierschutz haben wir dabei selbstverständlich im Blick. Deshalb ruht künftig die Jagd auf sämtliches Wild, wenn eine winterliche Notzeit vorliegt.“


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