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Jagdgegnerin im Glück

Jagdgegnern ein Dorn im Auge: eine Kastenfalle in den Hofwiesen. Foto: Bettina Diercks © Bettina Diercks

Eine Jagdgegnerin hatte in der Vergangenheit vermutlich mehrmals die Fallenjagdausübung des Fürstlichen Forstamtes der Hofkammer Bückeburg sabotiert. Insgesamt legte sie nach Auskunft der Forstverwaltung zwischen 20 und 30 WC-Steine in eine Betonrohrfalle und einen Kunstbau. Diese waren dadurch so stark verstänkert, dass sie unbrauchbar wurden. Ergebnis: ein Sachschaden von rund 3.500 Euro.
Die Staatsanwaltschaft Bückeburg erließ einen Strafbefehl von 2.200 Euro, da in einem Fall Beweismaterial in Form eines Videomitschnitts und Einträge im Internet kursierten. Die selbsternannte Tierrechtlerin legte Einspruch ein, sie sei nicht die Person auf dem Video. Auch im Verlauf der Verhandlung konnte nicht eindeutig bewiesen werden, dass es sich bei der abgelichteten Frau um die Angeklagte handeln würde, berichtet die Pressesprecherin des Amtsgerichtes, Dr. Birgit Brüninghaus, auf Nachfrage. Des Weiteren könne man nur von einer "geringen Schuld" sprechen, da man nicht wüsste, ob die ersten WC-Steine auch von der Angeklagten ausgelegt wurden. Brüninghaus: "Es gab zu viele rechtliche Schwierigkeiten die Tat nachzuweisen." Schließlich einigte man sich, das Verfahren gegen eine Geldauflage von 100 Euro einzustellen. Eine weitere strafrechtliche Verfolgung ist damit nicht mehr möglich.
Der zuständige Revierleiter kritisierte gegenüber der Redaktion den Verhandlungsablauf. Er stellt sich die Frage, warum der "Hauptbelastungszeuge" ein Polizeibeamter der die Frau auf anderen Filmsequenzen eindeutig identifizierte nicht zu der Verhandlung geladen wurde und sich stattdessen im Urlaub befand. Ebenso fragt sich der Förster, warum das Gericht nichts von diesem Zeugen und weiteren Aufnahmen wusste. Bevor jetzt in einem zivilrechtlichen Verfahren gegen die Jagdgegnerin vorgegangen werden kann, soll die Rückkehr des Urlaubers abgewartet werden.
BS