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Jagdgegner schlagen zu

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Mittwoch, 10.12.2014 - 01:00
Jagdleiter Eduard Kosch (l.) und Jagdaufseher  Stephan Greil vor dem völlig zerstörten, österreichischen Hochstand. Foto: S. Greil © S. Greil

Am Wochenende ist im Gemeindegebiet Rommerskirchen (Rhein-Kreis Neuß) ein Hochsitz zerlegt worden. „Unter Einsatz eines Metallschneiders wurde zunächst die metallene Unterkonstruktion zerschnitten, um die jagdliche Einrichtung anschließend umzuwerfen“, erklärte der geschädigte Jäger Hubertus Velder gegenüber der Redaktion. In den vergangenen Monaten habe es auch schon ähnliche Taten gegeben: „Innerhalb von acht Tagen drei Vorfälle. Dabei wurde die Holzkonstruktion der Sitze angesägt.“ Auch vor rund anderthalb Jahren gab es in der Umgebung binnen weniger Wochen drei solcher Vorkommnisse. Für Velder kommen deshalb nur radikale Jagdgegner in Frage. Dies begründet er unter anderem mit der systematischen Vorgehensweise. Die Schäden schätzte der Waidmann auf insgesamt etwa 3.000 Euro. Anzeige wurde erstattet, bisher sei jedoch noch nichts Konkretes bekannt. Deshalb hofft er auf das Internet, denn manchmal feiern die Jagdgegner dort ihre Taten. „Kleinkriegen lassen wir uns jedoch nicht“, so Velder kämpferisch.
Auf frischer Tat wurden dagegen zwei Jagdgegner in der Nähe der Stadt Geldern am Niederrhein ertappt. Einen 26-Jährigen und einen 25-Jährigen „überführte“ diesmal ein Naturfotograf, als die Beiden mit Seilen und Sägen ausgerüstet mehrere Hochsitze ansägten und umstürzten. Die verständigten Polizisten konnten die flüchtenden Straftäter kurz darauf festnehmen. Der Jagdpächter erstattete Anzeige. Ein Ermittlungsverfahren ist eingeleitet.
Ein nicht alltägliches Bild bot sich einem Waidmann am frühen Sonntagmorgen in der niederösterreichischen Marktgemeinde Pernersdorf. Er entdeckte einen Ansitz, der durch eine Explosion komplett zerstört wurde. Durch den Druck wurden die Seitenwände aus der Verankerung gerissen und das Eternitdach bis auf die angrenzende Wiese geschleudert. Eduard Kosch, Pernersdorfs Bürgermeister und Jagdleiter, ist sich nicht sicher: „Entweder waren das fanatische Jagdgegner oder ein saudummer Lausbubenstreich“, sagte er neon.at. Da wenige Kilometer entfernt vom Tatort, auf tschechischem Gebiet, Riesenböller zum Verkauf angeboten werden, könnten solche Sprengkörper für die Zerstörung verwendet worden sein. Wie Kosch berichtet, war es das erste Mal: „Die Polizei ermittelt weiter, Neuigkeiten über den oder die Täter gibt es noch nicht“, so der Jagdleiter.
MH