Home News Jagd auf Wolfshybride läuft weiter

Jagd auf Wolfshybride läuft weiter

In Brandenburg sollen staatliche Wolfsjäger in Zukunft Problemwölfe entnehmen (Symbolbild). © Erich Marek

Der NABU Thüringen fordert ein rasches Handeln bei der Entnahme eines Wolf-Hund-Hybriden in der Nähe von Ohrdruf (Landkreis Gotha). Es sei damit zu rechnen, dass der vermutlich einzige verbleibende Hybride fortziehe um ein eigenes Revier zu gründen, so der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf beim NABU gegenüber der „Thüringer Allgemeinen“. Zudem habe sich das Tier vermutlich schon jetzt negativ auf die Entwicklung der Wolfspopulation in Thüringen ausgewirkt. Ein junger Wolfsrüde aus Bayern sei möglicherweise durch den Hybriden vergrämt worden, sodass es zu keiner Paarung mit der Wölfin kam.

Umweltministerium: Maßnahmen laufen längst

Das Umweltministerium reagierte auf Nachfrage der Redaktion mit Unverständnis auf die erneute Forderung des NABU: „Die Genehmigung für die letale Entnahme der Hybriden ist nach wie vor gültig. Abschussversuche sind aufwändig. Die dafür Zuständigen entscheiden deshalb selbst, ob und wann günstige Voraussetzungen dafür vorliegen. Das haben sie auch in der Vergangenheit getan.“

Wieviele Hybride noch in der Gegend seien lasse sich schwer bestimmen: „Wir wollen nur Fakten herausgeben, keine Spekulation“, so der Leiter der Pressestelle des thüringischen Umweltministeriums Tom Wetzling. Nachdem bereits drei der sechs bestätigten Tiere entnommen worden sind, fehlt von zwei weiteren vorerst jede Spur. Ob die Kameraaufnahmen jedoch immer „den einen“ zeigten, könne man nicht genau sagen, so Wetzling. Es handele sich zumeist um schlecht erkennbare Nachtaufnahmen mit begrenztem Ausschnitt. „Es könnten weiterhin bis zu drei sein“. Für alle bestehe aber ein klarer Auftrag zur Entnahme. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
Thumbnail